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Wollen Sie allen Ernstes behaupten, der Kapitalismus und seine strengen Eigentumsrechte seien die beste Form der Ökologie?


Ja. Nicht ,allen Ernstes’, sondern mit großem Ernst. Man schaue sich nur einmal an, was auf dem Gebiet geschieht, auf dem der Staat und sein sozialistisches Regulierungswerk (noch) kaum einen Zugriff hat: auf dem Sektor der modernen Kommunikationstechnologie. (Gott sei Dank mußte der Staat unter dem Druck des internationalen Wettbewerbs auch sein Postmonopol aufweichen, sonst wäre Deutschland heute noch in der kommunikationstechnologischen Steinzeit angesiedelt). Man kann sich kaum eine Vorstellung davon machen, was diese Entwicklung heute schon – und erst recht in Zukunft – an natürlichen Ressourcen einspart und schont. Millionen von Papier werden täglich nicht mehr produziert und verbraucht, Millionen von Reisekilometern werden überflüssig, und eine unabsehbare Millionenzahl täglicher Such- und Informationsvorgänge, die sonst Energie und Ressourcen verschlungen hätten, finden nun per Mausklick an den Bildschirmen statt. Der Zusammenhang zwischen Ökologie und Ökonomie ist eigentlich ganz einfach: Wenn der heutige Wohlstand der Menschheit gehalten und künftig noch gesteigert werden soll –was dringend erforderlich ist, weil nur auf diese Weise die Bevölkerungsexplosion in der Zweiten und Dritten Welt ein Ende finden wird -, so muß der Verbrauch an natürlichen Ressourcen durch den Aufbau anderer Kapitalarten aufgefangen und abgelöst werden. Dabei ist der Ersatz der natürlichen Ressourcen durch andere, neue und „intelligentere“ Kapitalarten ( wozu auch das sog. „Humankapital“ gehört) nur dann möglich, wenn die Sparneigung der heute lebenden Menschen hoch bleibt. Sparen aber ist nur dann attraktiv, wenn der Ertrag der Ersparnisse und der mit ihnen finanzierten Investitionen langfristig hoch bleibt. Mit den hohen Steuern, den Abgabenkaskaden und Regulierungsnetzen des Sozialstaates und seiner kleptokratischen Funktionärskader sind langfristig attraktive Erträge des Spar- und Investivkapitals bestimmt nicht zu haben. Wie beim „Sozialen“, so verhält es sich auch bei der Ökologie: Kapitalismus und Minimierung des Staates sind die besten Garanten des Sozialen und des Ökologischen. All zu oft wird das sogar von Ökonomen nicht mit der genügenden Klarheit gesehen, und so mancher aus der Gilde muß sich von einem hellsichtigeren Philosophen beschämen lassen. Sie mögen sich die Sätze von Hermann Lübbe in ihr Seminarbuch schreiben: „Das sozialistische System war [und ist, R. B.] schon aus seinen ordnungspolitischen Prämissen heraus unfähig, unsere naturalen Lebensbedingungen der ökonomischen Rationalität zu unterwerfen. Wenn man das so formuliert..., dann halten das manche Intellektuelle in Deutschland für blanken Zynismus. Wie es sich in Wahrheit verhält – das zu erkennen würde gegebenenfalls Aristoteles-Lektüre genügen. ‚Ökonomisch’ ist ja wörtlich mit ‚haushälterisch’ zu übersetzen, und haushälterisch sollte der Umgang mit knappen Gütern sein. Die Ökonomisierung schonungsbedürftiger Lebensumstände ist nichts anderes als die institutionelle Art, sie in ihrer Knappheit erfahrbar zu machen. Einzig in einer marktwirtschaftlichen Ordnung ist das nach unseren Erfahrungen effektiv möglich. Es ist destruktiver Moralismus, statt dessen die Welt direkt aus dem Impuls guter Gesinnung verbessern zu wollen.“ (Lübbe 1996)

 

 

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