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Wissen selbst aneignen


Konkret: Wenn wir die Marktwirtschaft bewahren wollen -und damit das einzige Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, das die persönliche Freiheit der Bürger dauerhaft erhalten und zugleich deren materielles Wohlergehen sichern und ständig verbessern kann, dann muß eine Mehrheit der Bürger (zumindest eine relative Mehrheit) über ein wahres, unverfälschtes Grundwissen bezüglich dieser Ordnung verfügen. Und dieses Grundwissen wird weder in den Schulen gelehrt noch über die Informationsmedien vermittelt. Also hat jeder einzelne vor uns, dem Freiheit und materielle Sicherheit - und überhaupt ein menschenwürdiges Dasein seiner eigenen Person, seiner Familie und Freunde und seiner Landsleute - am Herzen liegt, die unerläßliche Verpflichtung, sich dieses elementare Wissen selbst anzueignen. Das ist nicht so einfach und leicht, wie so mancher denken mag, aber auch keineswegs so schwer, wie die meisten Leute befürchten mögen.

Wie ungeheuer wichtig die Verbreitung ökonomische] Grundkenntnisse in breiten Bevölkerungsschichten ist, aua. und gerade bei allen Nichtökonomen, kommt am besten mit einigen Sätzen von Ludwig von Mises, einem wahren Giganten der Nationalökonomie, zum Ausdruck. Die Schlusssentenzen seines herausragenden Werkes „Human Action“ von 1949 lautet: „Die Substanz des ökonomischen Wissens ist ein wesentlicher Bestandteil des Gefüges der menschlichen Zivilisation Dieses Wissen ist das Fundament, auf welchem die moderne( Industriegesellschaft und all die moralischen, intellektuellen, technologischen und [medizinisch-] therapeutischen Errungenschaften der letzten Jahrhunderte errichtet wurden... Wenn die Menschen es versäumen, sich dieses Wissen zunutze zu machen und seine Lehren und Warnungen unbeachtet lassen, werden sie damit nicht die ökonomischen Gesetze abschaffen, sondern die menschliche Gesellschaft und die menschliche Rasse ausmerzen.“ (Mises 1949/63, S. 885).

Um zu verstehen, daß es sich bei derart schwerwiegender Sätzen („Ausmerzung der menschlichen Gesellschaft und den menschlichen Rasse“ bei ungenügender Verbreitung ökonomischen Grundwissens) keineswegs um eine Übertreibung handelt, sollten wir noch zwei weitere gewichtige Stimmen zum selben Thema hören: Von Friedrich A. von Hayek, dem (nicht nur wegen seines Nobelpreises berühmten) Freund und Schülen von Mises’, stammt der Satz: „Die eigentümliche Aufgabe der Ökonomie besteht darin, dem Menschen vor Augen zu führen. wie wenig er wirklich über das weiß, was er planen zu können glaubt.“ (Hayek 1988/1996, S. 81). Und bei Erich Streissler (wie Mises und Hayek zu den großen genialischen Köpfen den Nationalökonomie des 20. Jahrhunderts zählend) können wir lesen: „Wirtschaft ist das komplexeste gesellschaftliche System von Zielen und Mitteln. Und die freie Unternehmerwirtschaft [Freie Marktwirtschaft] ist die einzige gesellschaftliche Organisationsform, die diesem komplexen Ziel-Mittel-System, genannt Wirtschaft, einigermaßen gerecht werden kann.“ (Streissler 1990).

Es wird bei letzteren zwei Stimmen also deutlich, wie wenig wir vom hochkomplexen Ablauf des Systems ‚Wirtschaft und Gesellschaft’ wissen und verstehen können – und wie sehr wir uns deshalb auf die eigenen Selbstordnungs- und Selbststeuerungskräfte des Systems verlassen müssen. Jeder Eingriff in die milliardenfach vernetzten Strukturen dieser Ordnung hat schwerwiegende und unabsehbare Folgen. Jede Art und Form der Intervention stellt eine Verletzung der Ordnung dar und gefährdet ihre Funktionsfähigkeit. Da Politik – außer der (die besagte Ordnung schützen- und bewahren wollenden) marktwirtschaftlichen Ordnungspolitik – fast ausnahmslos aus Eingriffen in die sozioökonomische Ordnung besteht, kann jede Art von Politik logischerweise nur Schädigung und Gefährdung dieser Ordnung bedeuten. Und zwar Schädigungen unc Gefährdungen, deren Art und Ausmaß prinzipiell unabsehbar sind. Die besonders bei Politikern verbreitete Ansicht, daß man bei sog. „intelligenten“ Eingriffen im voraus absehen könne. welche Folgen sie zeitigen – und daß diese beabsichtigten Folgen jeweils „besser“ oder „gerechter“ oder „effektiver“ seien als die Wirkungen der angeblich „blinden“ Marktkräfte, ist nichts als arrogante Anmaßung und dummdreiste Überheblichkeit (oder eben, wie gehabt, Täuschung und Lüge).

 

 

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