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Wie man Veränderungen auslöst


Erlauben Sie mir, einleitend zu bemerken, daß sich wahrscheinlich viele unserer Leser nicht bewußt sind, daß die Fragen, die Sie mir stellen, vor nur wenigen Jahrzehnten niemals gestellt worden wären.

Natürlich ist die Sorge um das Wohlbefinden einer Gesellschaft ein sehr altes Anliegen. Es wurde ausführlich in den Schriften, die man Konfuzius zuschreibt, diskutiert. Im Westen wurde es ebenso ausführlich — und etwa zur selben Zeit — sowohl von Aristoteles als auch von Platon, den großen griechischen Philosophen, diskutiert. Aber die Frage lautete immer: Wie können wir die Gesellschaft wiederherstellen? Ihre Fragen dagegen, Herr Nakauchi: Wie können wir Veränderungen vorsehen? Wie müssen Unternehmen beschaffen sein, um die Zukunft zu gestalten? Wie können wir überhaupt mit Veränderungen umgehen? — Ihre Fragen sind neu. Sie haben sich erst in den letzten vierzig Jahren ergeben. Und die erste Ihrer Fragen, die dem Individuum gilt, ist wirklich brandneu, wie ich vielleicht kurz erläutern sollte.

Es ist Zeichen eines grundlegenden Wandels sowohl unserer Sichtweise der Gesellschaft und der Organisationen als auch der Wirklichkeit, in der wir leben, daß diese Fragen, die Sie stellen, heute so selbstverständlich zu sein scheinen. Es ist nicht nur die Tatsache, daß wir uns der Veränderungen so deutlich bewußt sind — das ist nichts wirklich Neues. Und obwohl wir in einer Periode großer und schneller Veränderungen leben, hat es auch schon früher derartige Perioden ähnlich großer und rascher Veränderungen gegeben. Die weit verbreitete Ansicht, der technologische Fortschritt gehe heute schneller vonstatten als jemals zuvor, ist größtenteils ein Irrglaube.

Keine Errungenschaft der Vergangenheit etwa hat schnellere Verbreitung gefunden als die der Brille, einer Erfindung des späten 13. Jahrhunderts. Sie trat ihren Siegeszug von Oxford in England aus an, gelangte an den Hof des Papstes in Avignon, an den Hof des ägyptischen Sultans in Kairo und an den Hof des Kaisers von China.

Oder das Drucken mit beweglichen Lettern: In Deutschland um 1440 entdeckt (oder besser: wiederentdeckt), hatte es sich nur zwanzig Jahre später über ganz Europa ausgebreitet, mit mehr als fünfzigtausend gedruckten Büchern noch vor dem Jahr 1500.

Und nichts fand schnellere Verbreitung als drei amerikanische Erfindungen des 19. Jahrhunderts — die elektrische Glühbirne, die Nähmaschine und die Schreibmaschine. In nur zehn Jahren waren diese drei Errungenschaften auf der ganzen Welt bekannt.

Was sich jedoch verändert hat — und zwar grundlegend —, ist unsere Wahrnehmung von Veränderungen. In der Vergangenheit wurden sie als Ausnahme, als anomal, sogar als etwas, das eigentlich nicht passieren dürfte, betrachtet. Gesellschaften und Organisationen waren so strukturiert, daß sie Veränderungen vermieden und den Status quo aufrechterhielten. Heute wird uns bewußt, daß das nicht funktioniert. Gesellschaft und Organisationen müssen so beschaffen sein, daß sie von Veränderungen profitieren.

 

 

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