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Wenn schon nicht das Recht und die Gerechtigkeit, dann müßte doch wenigstens unser Gefühl für Fairneß dafür sorgen, daß wir einen gewissen Ausgleich beim Spiel des Marktes anstreben.


Ungleiche Einkommen und Vermögen sind in einer freien Gesellschaft das Ergebnis des Marktprozesses, Ergebnis des freien Spiels der Teilnehmer. Ergebnisse aber können nicht „unfair“ sein, solange a) die Regeln des Spiels, das zu diesen Ergebnissen führt, für alle Spielteilnehmer gleich sind, und solange b) die Regeln und die Spieler das Erfordernis des Verbots von Zwang und Gewalt erfüllen. Kommen wir nochmal zurück auf das Fußballbeispiel: Wenn beispielsweise in der laufenden Fußballsaison die Münchner Löwen dreimal so oft gewonnen. hätten wie der Karlsruher SC, dann wäre dieses Ergebnis nicht „unfair“ gewesen. Unfair hätten nur die Spielregeln sein können, wenn also für die beiden Mannschaften unterschiedliche Regeln gegolten hätten. (Und natürlich wären auch solche Ergebnisse unfair gewesen, die aufgrund nicht-geahndeter Regelverstöße zustandegekommen wären). Man stelle sich einmal vor, der Deutsche Fußballverband würde vorschreiben, am Ende der Spielsaison müßten alle deutschen Fußballclubs in etwa die gleiche – „sozial gerechte“ Zahl an Siegen und Niederlagen aufweisen. Was dann aus den vorher für alle gleichen Regeln werden würde, wie die einzelnen Spiele aussehen würden, welche Funktionärsheere sich mit dicken Aktenordnern voller ständig veränderter Fall-zuFall-“Regeln“ – auf den Fußballfeldern herumtreiben würden, welcher Haß und Streit zwischen den Vereinen, den Spielern, den Verbänden und zwischen sämtlichen Zuschauern und Fußballfreunden in ganz Deutschland ausbrechen würde, kann man sich wohl nur in abstrusen Alpträumen ausmalen. Genau das aber geschieht im großen Spiel der Marktwirtschaft alltäglich und tausendfach, indem die politischen Akteure und Verbandsfürsten die unterschiedlichsten Regeln für alle möglichen Bevölkerungsgruppen (entsprechend im Beispiel den Spielern und Vereinen) und für alle nur denkbaren Einzelfälle (entsprechend im Beispiel den Spielen) vorschreiben – und das auch noch unter Anwendung von Zwang und unter Androhung von Gewalt, damit am Ende ihre Vorstellungen oder Versprechungen von „sozial gerechten“ oder „fairen“ Ergebnissen herauskommen mögen. DAS ist unfair und ungerecht, DAS ist unmoralisch und spielverderbend, DAS ist nicht friedlicher und fairer Wettbewerb, sondern Kampf, Gewalt und Krieg mit mehr als unfairen Mitteln. Fazit: Nicht die Ergebnisse der Spiele müssen ‚fair’ sein, sondern das Spiel und seine Regeln selbst.

 

 

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