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Was würden Sie denn vorschlagen, um die Umwelt zu schonen und unseren Planeten lebenswert zu erhalten, auch für die künftigen Generationen?


Vor allem drei Dinge:

1. den Sozialstaat so weit zurückzuführen als das überhaupt nach so langer Zeit seines zerstörerischen Wirkens noch möglich ist. Er benötigt für seine Finanzierung ein viel zu hohes wirtschaftliches Wachstum, das wiederum für die natürliche Umwelt nicht ohne Folgen bleiben kann. Normales wirtschaftliches Wachstum führt in der Marktwirtschaft tendenziell zu umweltschonenderen Entwicklungen, übertrieben gepuschtes Wachstum zu vermehrten Umweltbelastungen. Das ist nicht nur meine Meinung. Darauf hat auch Carl-Christian von Weizsäcker schon eindringlich hingewiesen. (s. Weizsäcker 1997) Außerdem verwandelt der Sozialstaat mit seinen Regelwerken, welche zum Konsum ohne Produktion und ohne Leistung berechtigen, die Menschen in Parasiten und Drohnen. Der Wohlfahrtsstaat verführt zu Verhaltensweisen, welche die Überlebensstrategie des schonenden Umgangs mit Ressourcen in sein Gegenteil verkehren. Die Ausbeuter leben immer besser, und die produktiven Bürger, denen man ständig neue Sonderlasten aufbürdet, leben immer schlechter. Je großzügiger sich der umverteilende Staat gebärdet, desto größer wird die Zahl der Leute mit parasitärem Verhalten. Die immer geringer werdende Zahl der Leistungseliten muß immer höhere Renditen erwirtschaften, um die immer weiter wachsende Zahl der Schmarotzer mitschleppen zu können. Und irgendwann kippt das ganze System in eine Abwärtsspirale. Auch das kann nicht ohne Folgen auf die natürlichen Ressourcen bleiben.

Die Sanierung des Geldsystems. Die seit Jahrzehnten laufende gigantische Liquiditäts- und Verschuldungsmaschinerie des Staates täuscht einen Reichtum (auf Pump) vor, der um den bitteren und hohen Preis künftiger Verarmung „vorfinanziert“ wird. Dieser gepumpte und getürkte Reichtum führt zu einer Ressourcenverschwendung, wie sie keine noch so wild boomende Marktwirtschaft bewerkstelligen könnte. Die Ursache hierfür liegt im staatlichen Papiergeld. Das staatliche Beliebigkeitsgeld ist der größte Umweltverschmutzer der Weltgeschichte. Deshalb wäre der beste und wirksamste Umweltschutz die Rückkehr zum einzig soliden und privaten Geld, nämlich zur Goldwährung – oder wenigstens zu einem System konkurrierenden Privatgeldes, wie es Friedrich A. von Hayek vorgeschlagen hat.

Die Wiederherstellung sicherer Eigentumsrechte. Vom Wissenschafts- und Erkenntnistheoretiker Hans Albert stammt der Satz: „Viele Fälle angeblichen Versagens des Marktmechanismus [hängen] in Wirklichkeit damit zusammen..., daß die Eigentumsrechte an knappen Gütern nicht in einer Weise definiert waren, die einen funktionierenden Marktmechanismus hätte zustande bringen können.“ (Albert 1978, S. 161). Das ist eine wissenschaftlich nüchterne Feststellung, hinter der die Weisheit ganzer Bibliotheken voller einschlägiger Literatur steckt, die jedoch leider niemand mehr liest, schon gar nicht mehr die Studenten der modernen mathematisierten Rucki-zucki-Ökonomie. Was aber auch diese Studenten wenigstens noch gehört haben, ist die sogenannte ’tragedy of the commons“ – oder, profaner benannt, das Problem des Gemeineigentums. Die,Tragödie des Gemeineigentums’ besteht darin, daß Güter, die sich in gemeinsamem oder öffentlichem Eigentum befinden, rücksichtslos übernutzt und ausgebeutet werden, so daß am Ende niemand mehr etwas davon hat. Musterbeispiel da für ist die gemeinschaftliche Stammesweide vieler afrikanischer Dörfer. Jeder Dorfbewohner oder Stammesangehörige versucht, seine Ziegen so oft und so lange als irgend möglich darauf weiden zu lassen, bevor die Ziegen seiner Nachbarn die Gräser abfressen. Alle zusammen nutzen die Grasflächen so intensiv und rücksichtslos, daß am Ende auch die Wurzeln ausgerissen sind und das Weideland versteppt. Auch die verantwortungslose und irrwitzige Überfischung der Meere hat ihre Ursache letztlich darin, daß das Meer allen und somit niemandem gehört. Man überlege einmal, wie sich die Dinge gestalten würden, wenn beispielsweise die Nordsee – eventuell auf dem Wege eines langfristigen Pachtvertrages – der Firma gleichen Namens gehören würde. (Natürlich nicht die Oberfläche des Meeres, welche – wie auch die Luft – für alle Menschen frei zugänglich bleiben muß). Ein privates Unternehmen würde sich jedenfalls mit jeder Art von Raubbau die Grundlagen des eigenen Geschäfts entziehen.

Ein neueres Beispiel zur Veranschaulichung dessen, was gemeint ist: Jedermann weiß, daß die Tierwelt in den – allen und niemandem gehörenden – Savannen Afrikas rücksichtslos bejagt und ausgerottet wird; weniger von europäischen Jägern als von der armen einheimischen Bevölkerung selbst. Strenge Kontrollen und staatliche Aufsicht kann das Problem allenfalls auf kleineren Flächen und auch da nur teilweise einschränken. Die eigentliche und einzig wirksame Lösung kann nur in der Privatisierung der Landflächen liegen. So hat bspw. der deutsche Arzt August Juchli 1970 eine 37.000 Hektar große Farm in einem Trockengebiet Namibias erworben. In dem für Landwirtschaft ungeeigneten Gebiet hat er in 25jähriger Arbeit ein Paradies für Leoparden, Geparde, Steinböcke, Warzenschweine, Springhasen, Giraffen, Oryx-Antilopen, Kudus und Bergzebras geschaffen und bewahrt. Juchlis „Tsaobis Leopard Native Park“ ist heute ein Musterbeispiel für den „sanften“ naturbewahrenden Tourismus. Wäre das Gebiet nicht in Privateigentum gelangt, wären die meisten der dort lebenden Tiere längst von einheimischen (und zum Teil auch ausländischen) Jägern und Wilderem ausgerottet worden. Fazit zu unserem Punkt 3. bei den wirksamsten Methoden zum Schutz der Umwelt und des Planeten Erde – und zugleich auch zur Sicherung der Lebensqualität und Überlebensfähigkeit einer wachsenden Menschheit: Je weniger Gemeineigentum (was ohnehin ein unsinniger Begriff ist, denn was allen gehört, gehört niemandem) und je sicherer die persönlichen Eigentumsrechte – auch und vor allem vor staatlichen Eingriffen, desto sicherer auch die Umwelt und unser Lebensraum Erde vor Übernutzung, verschwenderischer Ausbeutung und Zerstörung. Womit wir wieder beim Kapitalismus angelangt wären.

 

 

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