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Was kann die Gemeinschaft für mich tun?


Eine derartige Einstellung führt mehr und mehr zu einer Entwicklung, in der die Frage nicht mehr lautet: »Was kann ich für die Gemeinschaft tun?«, sondern in der das Individuum fragt: »Was kann die Gemeinschaft für mich tun?« Es führt zur Abhängigkeit vom Staat — und dies war, wie Isao Nakauchis Frage impliziert, natürlich einer der Hauptgründe für den Zusammenbruch des Römischen Reiches. Alle freien Einwohner des Römischen Reiches waren römische Bürger. Aber dieser Status als Bürger war bedeutungslos geworden. Sie sahen das Reich in zunehmendem Maße nur als Quelle kostenloser Nahrungsmittel und anderer Wohltaten denn als Gemeinschaft an, zu der sie etwas beitragen und in der sie etwas verändern konnten. Schließlich kümmerte es sie nicht mehr, ob ihre Statthalter Römer oder germanische Barbaren waren.

In den Organisationen des sozialen Sektors aber werden Freiwillige wieder zu Bürgern und Bürgerinnen. In zunehmendem Maße sind sie es, die die Organisationen leiten —wie es beispielsweise in den beliebten Pastoralkirchen in den Vereinigten Staaten der Fall ist. Dort ist der oder die Geistliche nicht mehr der »Boß«, sondern ein Mitglied der Gemeinschaft, das eine bestimmte Aufgabe erfüllt, die genau wie die anderen Aufgaben auf vorwiegend freiwilliger Basis geleistet wird.

In den Vereinigten Staaten sind wir an einem Punkt angelangt, an dem die Hälfte aller Erwachsenen — das sind neunzig Millionen — drei bis fünf Stunden pro Woche freiwillige Arbeit leistet. Und es sind keineswegs die Rentner, die den Großteil dieser Arbeit leisten. Die hochgebildeten, wohlhabenden Menschen, die wissensbasierte Arbeit leisten und zwischen fünfunddreißig und fünfundvierzig Jahren alt sind —und besonders Paare, die beide berufstätig sind —, stellen den größten Teil der Arbeitskraft im sozialen Sektor dar. Wann immer diese Menschen gefragt werden, warum sie diese Arbeit tun, obwohl sie doch schon in ihrem Beruf und in der Kindererziehung zur Genüge beansprucht werden, geben sie die gleiche Antwort: »Weil ich durch meine freiwillige Arbeit in einer Institution des sozialen Sektors etwas verändern kann. Ich werde dort wieder zum Bürger.«

 

 

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