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Was Regierungen nicht leisten können


Es gibt kaum Zweifel darüber, was Regierungen nicht leisten können: Sie sind nicht in der Lage, die sozialen Aufgaben, die Aufgaben der Gemeinschaft, zu übernehmen. Dennoch ist es genau das, was alle Regierungen der westlichen Welt seit dem Ende des 2. Weltkrieges versuchen — und zwar gewöhnlich mit katastrophalen Ergebnissen. Lediglich Japan hat meist der Versuchung widerstanden, soziale Aufgaben und Aufgaben der Gemeinschaft zu übernehmen. Dies erklärt, wie ich vermute, in großem Umfang, warum die japanische Bevölkerung noch immer einen beachtlichen Respekt vor ihrer Regierung hat und warum die japanische Regierung noch immer über eine hohe Effektivität verfügt – viel mehr als die Regierungen eines beliebigen westlichen Landes.

Öffentliche Mittel werden sicherlich die Hauptquelle zur Finanzierung gesellschaftlicher Aufgaben bleiben. Wahrscheinlich wird die Bedeutung der öffentlichen Hand in der Finanzierung sozialer Aufgaben sogar zunehmen. Und die Behörden werden auch weiterhin mit der Aufgabe betraut sein, die Standards für die Leistungen des sozialen Sektors zu setzen, besonders dort, wo die öffentliche Hand für diese Leistungen aufkommt. Aber in allen entwickelten Ländern – und zwar besonders in denen des Westens – gibt es eine wachsende Unzufriedenheit mit der Regierung als dem eigentlichen Anbieter von Gemeinschaftsaufgaben. Vor nur dreißig Jahren – der Höhepunkt war vermutlich die Kennedy-Administration in den Vereinigten Staaten – herrschte der allgemeine Glaube, daß Regierungen alles, was man als gesellschaftliche Aufgabe ansehen konnte, leisten konnten und sollten. Heute, nur dreißig Jahre später, sind einflußreiche Gruppierungen, die eine breite Unterstützung in der Öffentlichkeit finden (wie zum Beispiel die Republikaner, die im Jahre 1994 die Kongreßwahlen gewannen), davon überzeugt, daß es keine soziale Aufgabe gibt, die die öffentliche Hand wirklich selbst leisten sollte.

Aber es gibt soziale Probleme. Es gibt Gemeinschaftsaufgaben. Und in Zeiten wesentlicher Veränderungen wie denen, die wir gerade durchleben, nehmen diese Probleme und Aufgaben sowohl in ihrem Umfang als auch in ihrer Ernsthaftigkeit zu. Aus diesem Grunde gibt es einen dringenden Bedarf an einem sozialen Sektor, der nicht öffentlich ist.

 

 

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