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Verwirklichung durch Ludwig Erhard


Für einige Entscheidungen ist der Schwerpunkt eindeutig lokaler, ja rein individueller Art. Mit Ausnahme von Zeiten extremer Knappheit, in denen die Ressourcen rationiert werden müssen, läuft eine zentrale Planwirtschaft immer darauf hinaus, daß für jeden die gleiche Entscheidung getroffen wird — die dann für jeden die falsche Entscheidung ist.

Dies ist es, was der Architekt des deutschen Wirtschaftswunders, Ludwig Erhard, erkannte, als er über Nacht die Rationierung abschaffte, sobald die schwerste Nachkriegshungersnot vorüber war — und damit augenblicklich Deutschlands wirtschaftliches Wiedererstarken in Gang setzte.

Andere Entscheidungen müssen für ein großes Gebiet von Nutzen sein, entweder in geographischer Hinsicht oder auf eine soziale Schicht oder eine wirtschaftliche Gruppe bezogen. Wieder andere müssen einem ganzen Land dienen. Und zunehmend ist die Weltwirtschaft der Brennpunkt, an dem die letztendlichen Entscheidungen sich ausrichten müssen — und dafür gibt es keine planwirtschaftliche Bürokratie. (Es kann sie auch nicht geben, aus dem einfachen Grunde, weil die Informationen, die man für die Weltwirtschaft benötigt, nicht existieren und niemals existieren werden.)

Die Rechtfertigung des Marktes ist, mit anderen Worten, nicht die Tatsache, daß er funktioniert. Sie liegt vielmehr darin begründet, daß es gar nichts anderes gibt, das funktionieren kann.

Das haben die letzten fünfzig Jahre bewiesen. Die freie Marktwirtschaft funktioniert deshalb, weil ihre Fehler lokal begrenzt auftreten. In einer Planwirtschaft, wie sie die Sowjetunion hatte — und wie sie die Chinesen zum Teil noch immer aufrechtzuerhalten suchen —, sind Fehler per definitionem enorme Fehler. In einer Planwirtschaft sind kleine Fehler unmöglich. Ein jeder Fehler bedeutet eine Katastrophe.

 

 

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