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Verteidigtes Bankrottsystem


Deshalb hat sich die politische Kaste und ihre Vollzugsklientel in den Verwaltungen schon immer mit Zähnen und Klauen gegen eine weitergehende - oder gar weitestgehende Privatisierung des Schul- und Hochschulsystems gewehrt, und sie werden das auch künftig mit wütender Entschlossenheit tun. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine „Verschwörung“ den Macht- und Amtsinhaber oder um eine abgestimmte Aktion bösartiger Menschen und finsterer Mächte, sondern schlicht und einfach um die ewig gleichen Mechanismen der Herrschaft, die jeden in ihr Räderwerk ziehen, der sich auf die hoheitliche Ebene begibt und seine Existenz oder Karriere auf dem staatlichen Machtapparat aufbaut. Außerdem steht schon die Selbstachtung eines jeden Menschen der Erwartung entgegen, er würde jemals freudig erkennen und einsehen, daß seine Tätigkeit überflüssig oder gar schädlich für die Bürger seines Landes ist.

Fest steht, daß es sich bei der von allen Parteien vertretenen Vorstellung, man könne und müsse allen Bürgern die weitgehend gleiche höhere Bildung gewähren, um reinen Illusionismus handelt, der nur in einem völligen Zerfall des Bildungsniveaus und einem Ruin der Staatsfinanzen enden kann. Bildung ist eine der teuersten Aktivitäten, die ein Mensch entwickelt kann, nicht nur weil das Lehrpersonal und die Hochschuleinrichtungen viel Geld kosten, sondern auch weil der Student während der potentiell produktivsten Zeit seines Lebens au! dem Arbeitsleben ausscheidet. Unermeßlich teuer aber wird diese Bildung (und Verbildung) breiter Bevölkerungsschichten durch die schlichte Tatsache, daß die außerhalb der realen Arbeitswelt angesiedelten staatlichen Anstalten ein Bildungsangebot bereitstellen, das in eben dieser realen Arbeitswelt nur zu Bruchteilen nachgefragt wird. Es hat schon seinen Grund, war. um der überhaupt noch in den wirtschaftlichen Prozeß eingliederbare Teil der Universitäts- und Hochschulabsolventen erst durch firmeninterne Trainingsprogramme oder durch den zusätzlichen Erwerb eines (an privaten Hochschulen zu erwerbenden) MBA-Grades für die Unternehmen „brauchbar` wird.

Ein durchgehend „öffentliches“ Bildungswesen ist eben ir längerer Sicht eine genauso hoffnungslose Bankrottveranstaltung wie das öffentliche (staatliche) Gesundheitswesen oder das öffentliche Rentensystem. Und wer immer hiergegen ein wendet, eine private Ober- und Hochschulbildung könnten sich „nur die Reichen“ leisten, dem sei entgegengehalten, daß jeder deutsche Student (Männlein wie Weiblein) den Steuerzahler pro Jahr 150.000 DM kostet (bei einem zehnsemestrigen Studium also 750.000 Mark), während so manche hochqualifizierte und bestens auf den praktischen Bedarf ausgerichtete private Hochschule mit Studiengebühren von unter 30.000 DM pro Jahr auskommt. Verkehrte Welt: Die überwiegend gar nicht so „reichen“ Steuerzahler lassen sich ausbeuten unter dem Vorwand, daß sonst „nur die Reichen“ studieren könnten, und gerade diejenigen, welche glauben, sich ein Studium nicht leisten zu können, müssen mit ihrer Arbeitsleistung ein wachsendes Millionenheer von akademischen Traumtänzern und diplomierten Arbeitslosen finanzieren.

 

 

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