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Verantwortlich für die eigene Entwicklung


Das Wichtigste, was all diesen Praktiken — denn als solche muß man sie bezeichnen — zugrunde liegt, ist jedoch, daß jeder einzelne Mensch, und besonders diejenigen, die wissensbasierte Arbeit leisten und es schaffen, effektiv zu bleiben, weiterhin zu wachsen und sich zu verändern, selbst die Verantwortung für ihre Entwicklung und ihren Stellenwert im Berufsleben übernehmen.

Dies mag die neueste Schlußfolgerung aus meinen bisherigen Ausführungen sein. Und es ist wahrscheinlich diejenige, die sich in Japan am schwierigsten umsetzen läßt. Die heutigen Organisationen, ob es sich um ein Wirtschaftsunternehmen oder um eine Verwaltungsbehörde handelt, basieren noch immer auf der Annahme, daß die Organisation dafür zuständig ist, dem Individuum eine adäquate Arbeit zuzuweisen und ihm oder ihr die Erfahrungen und Herausforderungen zu verschaffen, die jeder einzelne Mensch braucht.

Das beste Beispiel, das ich in diesem Zusammenhang nennen kann, ist die Personalabteilung eines typischen japanischen Unternehmens — beziehungsweise der Prototyp, nach dem diese geschaffen wurde, die Personalabteilung einer traditionellen Armee. Ich kenne keine verantwortungsbewußteren Menschen als diejenigen, die in einer typischen japanischen Personalabteilung arbeiten. Und dennoch werden sie, so denke ich, lernen müssen, sich zu verändern. Statt Entscheidungsträger zu sein, müssen sie zu Lehrern und Beratern werden, Anleitungen und Anregungen geben können.

Die Verantwortlichkeit für die Entwicklung des individuellen Wissensarbeiters und für seine Plazierung am Arbeitsmarkt jedoch wird, davon bin ich überzeugt, jeder und jede, die eine wissensbasierte Arbeit leistet, selbst übernehmen müssen. Es wird vor allem in der Verantwortlichkeit des Individuums liegen zu fragen: Welche Aufgabe brauche ich jetzt? Für welche Aufgabe bin ich in diesem Moment qualifiziert? Welche Erfahrungen, welches Wissen und welche Fertigkeiten muß ich mir nun noch aneignen?

Natürlich trifft das Individuum diese Entscheidungen nicht allein. Vielmehr müssen sie auf die Bedürfnisse der Organisation abgestimmt werden. Und natürlich können sie nur auf der Basis einer objektiven Wertschätzung der Stärken, der Fähigkeiten und der Leistung des Individuums getroffen werden. Und dennoch, aus der Verantwortung des Unternehmens für die Entwicklung des Individuums muß die Verantwortung des Individuums für die eigene Entwicklung werden. Und aus der Verantwortung für die Arbeitsplatzzuteilung an das Individuum muß die Verantwortung des einzelnen für die eigene Plazierung am Arbeitsmarkt werden.

Eine andere Entwicklung würde es Menschen, die wissensbasierte Arbeit leisten, erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen, über die lange Zeitspanne des Arbeitslebens, die wir heute erwarten können, effektiv und zu Wachstum fähig zu bleiben.

In Ihrem Brief beschreiben Sie Ihre persönlichen Erfahrungen. Sie haben mir erlaubt, an den Geheimnissen Ihrer vielen aktiven Jahre teilzuhaben, und ich bin beeindruckt von Ihrem Bestreben, sich kontinuierlich zu verbessern.

Sie erklären, daß jeder durch die Befolgung der folgenden fünf einfachen Prinzipien Ergebnisse erzielen kann:

Stecken Sie sich selbst Ziele oder Pläne.

(2), Seien Sie stolz auf Ihre Arbeit, und nehmen Sie sie ernst.

Versuchen Sie, in Ihrem täglichen Leben kontinuierlich zu lernen.

(4) Entdecken Sie Ihre Stärken, indem Sie eine regelmäßige

Selbsteinschätzung zu einem Teil Ihrer Arbeit machen.

Passen Sie sich sorgfältig an neue Arbeiten, neue Rollen und neue Pflichten an.

Während dies sicherlich einfache und nützliche Regeln sind, die leicht in die Praxis umgesetzt werden können, ist es nicht so leicht, diesen Schwung auch beizubehalten. Das erfordert Anstrengungen und Geduld. Daß Sie in der Lage waren, diese Prinzipien aufrechtzuerhalten, ist ein großes Verdienst.

Was »normale« Menschen angeht, sind Ihre Ansichten gleichermaßen beachtenswert und streng. Diese Strenge jedoch ist für die Bürger der Industriestaaten, die eine Verantwortung gegenüber der gesamten Welt haben, durchaus angebracht. Denn die Mitarbeiter von Unternehmen scheinen immer

weniger darüber nachzudenken, was sie während ihrer Arbeit tun können, um einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Sie erwarten zunehmend von ihren Arbeitgebern, sich um ihr Leben zu kümmern, und geben sich damit zufrieden, daß alles gut sein wird, wenn sie nur die Anordnungen korrekt befolgen. Ein jeder, eine jede von uns sollte daher Ihren Worten Beachtung schenken: »Jeder einzelne Mensch, und besonders jeder Mensch, der wissensbasierte Arbeit leistet und in der Lage ist, effektiv zu bleiben, und der es schafft, weiterhin zu wachsen und sich zu verändern, übernimmt selbst die Verantwortung für seine oder ihre Entwicklung. «

 

 

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