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Unternehmenspraktiken, die Allianzen fördern


Wie gut ein Unternehmen Allianzen nutzt, hängt davon ab, wie es intern funktioniert. Jordan Lewis nennt Strategien, welche die Kooperation fördern. Zu ihnen zählen:

Joel Bleeke und David Ernst: Rivalen als Partner waren 62 Prozent der Allianzen, die Partner mit unterschiedlichen geografischen Schwerpunkten zusammenführten, waren erfolgreich. Da bedeutet: Für ein Unternehmen, das räumlich neue Märkte erschließen will, sind grenzüberschreitende Allianzen deshalb geeignet, wie man auf diese Weise aus den unterschiedlichen regionalen Marktpräsenzen der Partner Nutzen zieht.

Strategische Allianzen folgen der Logik des globalen Denkens und Handels. Eine Welt divergierender Verbraucherinteressen, sich schnell ausbreitender Technologien und steigender Fixkosten zwingt die Unternehmen zu Allianzen. In einem solchen Umfeld ist Kooperation logisch: Es ist unabdingbar, sich nicht länger auf die Kapitalrendite, sondern auf die Umsatzrendite zu konzentrieren. Diese Ausrichtung bedeutet, dass die Manager nicht auf den Rückfluss des investierten Kapitals warten dürfen, sondern aktiv die laufenden Geschäftsvorteile der Allianz nutzen müssen.

Besonders erfolgreich sind strategische Allianzen im High-Tech-Geschäft. Für Branchenführer wie IBM, Hewlett-Packard oder Texas Instruments sind sie sogar die typische Strategie und Allianzen im Datennetz- und Kommunikationsbereich erleichtern neuen Anbietern den Einstieg ins Geschäft. Die Gründe liegen auf der Hand: Allianzen bieten die Chance zu experimentieren und zu expandieren, indem man sich auf die vielfältigen Fähigkeiten vieler unterschiedlicher Beteiligter stützt, anstatt alle Investitionen allein zu tätigen.

Bei der Betrachtung strategischer Allianzen fällt vor allem auf, dass sich die Struktur der internationalen Fusionen und Akquisitionen ändert. Zwar hängt ihr Erfolg nach wie vor von bestimmten Faktoren ab, zu denen unter anderem die Konzentration auf das Kerngeschäft, der Kauf leistungsstarker »Lokalmatadoren« und die Wertsteigerung durch Know-how-Transfer zählen. Doch die Kooperationen nehmen mehr und mehr eine neue Gestalt an, wobei allerdings starke regionale Unterschiede festzustellen sind:

Die in den USA ansässigen Unternehmen sind die aktivsten Verkäufer, betätigen sich aber im Ausland nur selten als Käufer. Umgekehrt erfordert der Aufbau einer Inlandsposition in den USA durch einen ausländischen Investor die Bedienung einer Reihe von Märkten, von denen jeder so groß sein kann wie mehrere europäische Staaten zusammengenommen. Zudem sind die USA ein heterogener und teurer Markt. Um dort Fuß zu fassen, ist eine weitgehende Anpassung der Marketing- und Vertriebsstrategien an die lokalen Verhältnisse erforderlich. Akquisitionen von Ausländern in den USA sind also mühsam und kostspielig. Anders in Europa. Die dort ansässigen Unternehmen tätigen weltweit die meisten internationalen Akquisitionen. Das offensive Kaufverhalten wurde durch die Öffnung Osteuropas noch verstärkt, jedoch hat dieser Markt mit einigen spezifischen Problemen zu kämpfen. Neben dem Fall der ideologischen Grenzen zwischen West und Ost sind es vor allem der gemeinsame Binnenmarkt und zahlreiche Deregulierungsmaßnahmen, die Europa zum Brennpunkt globaler Akquisitionen, aber auch anderer Arten von strategischen Allianzen gemacht haben. Bis heute operieren die meisten europäischen Unternehmen überwiegend in ihren Heimatmärkten, doch hängt ihre Zukunft von der Fähigkeit ab, mit ausländischen Partnern zu kooperieren. Japan spielt in der internationalen Mergers Acquisitions-Arena lediglich eine Nebenrolle. Japanische Unternehmen sind relativ selten Gegenstand ausländischer Akquisitionen. Doch wenn man sich als Insider im japanischen Markt etablieren will, ist Kooperationsfähigkeit unverzichtbar. Strategien im Alleingang sind schlichtweg zu teuer. Zudem lassen sich Marktanteile für gewöhnlich nur über bereits bestehende Kooperationspartnerschaften erobern. In jüngster Zeit betonen Politiker mehr und mehr die Risiken, die aus strategischen Allianzen für den globalen Wettbewerb erwachsen. Aus ihrer Sicht führen derartige Kooperationen dazu, dass die Partner freiwillig auf wettbewerbliche Auseinandersetzung verzichten und weltumspannende Industriekartelle entstehen, doch insgesamt gesehen überwiegen die gesamtwirtschaftlichen Vorteile von Allianzen.

 

 

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