Economia48 Projekt Wirtschaftslexikon Management Lexikon Lexikon Wirtschaft
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

 

 

Unternehmenskultur


Unter dem Begriff »Kultur« werden viele verschiedene Gegebenheiten summiert. Anthropologen meinen bestimmte Bräuche und Riten, wenn sie von Kultur sprechen. Der Terminus bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch auch eine gewisse Eleganz oder verfeinerten Geschmack und schließlich benutzen Manager den Begriff, um auf das Klima in ihrem Unternehmen Bezug zu nehmen. Der Begriff ermöglicht es, eher unverständlich und irrational erscheinende Aspekte von Gruppen und Unternehmen zu beleuchten. Edgar Schein legt das Hauptgewicht auf die gemeinsamen und als selbstverständlich empfundenen Grundprämissen, die von den Mitgliedern einer Gruppe geteilt werden, und definiert den Begriff Unternehmenskultur folgendermaßen: »Ein Muster gemeinsamer Grundprämissen, das die Gruppe bei der Bewältigung ihrer Probleme externer Anpassung und interner Integration erlernt hat, das sich bewährt hat und somit als bindend gilt; und das daher an neue Mitglieder als rational und emotional korrekter Ansatz für den Umgang mit diesen Problemen weitergegeben wird.« Gruppen, die einen festen Stamm von Mitgliedern und gemeinsame Lernerfahrungen teilen, entwickeln eine eigene Kultur. Auf Unternehmen und Unternehmensführung bezogen bedeutet dies, dass existierende Gruppen die Kriterien der Führungsarbeit bestimmen. Daraus ergibt sich als Aufgabe der Führungskräfte: Nicht mehr zweckmäßig arbeitende Kulturen müssen auf weiterhin taugliche Elemente und Fehlentwicklungen untersucht werden und in Richtung einer kulturellen Evolution und Veränderung gesteuert werden, die das Überleben und die Fortentwicklung einer Gruppe garantiert. Führungskräfte haben zwei Möglichkeiten: Entweder sie verstehen die sie umgebende Kultur oder sie werden unbewusst von ihr gesteuert.

Die auf den gemeinsamen Grundprämissen basierenden Gruppenkulturen manifestieren sich auf der Ebene beobachtbarer Artefakte, das heißt sichtbarer Strukturen und Prozesse, und gemeinsamer bekundeter Werte, Normen und Verhaltensregeln. Für ein Verständnis der Kultur ist es jedoch wichtig, ihre gemeinsamen Grundannahmen und den Lernprozess, in dem sie entstehen, zu erkennen: Die Lösung eines Problems, die immer wieder funktioniert, wird irgendwann als selbstverständlich betrachtet und nicht mehr in Frage gestellt. Sie wird so zu einer generell anerkannten Grundprämisse, die im Fall von abweichenden Meinungen zu kognitiven Abwehrmechanismen innerhalb der Gruppe führen kann. Das bedeutet, neue Daten, welche die Grundannahmen in Frage stellen, werden zum Beispiel durch Leugnen, Projektionen oder vermeintlich rationale Erklärungen verzerrt. Die Führungskräfte sind also ständig aufgerufen, die Prämissen auf den tieferen Ebenen der Kulturen zu überprüfen und gegebenenfalls für eine Anpassung zu sorgen.

 

 

Diese Seite als Bookmark speichern :

 

 

Weitere empfehlenswerte Webseiten:

Dimensionen integrierten Managements

Wettbewerbsvorteile und Eigeninteressen bei Allianzen

Die Notwendigkeit kontinuierlichen Lernens

 

Startseite | Themen | Projekt | Kontakt | Impressum | Rechtliche Hinweise

1| 2| 3| 4| 5| 6| 7| 8| 9

Copyright © 2011 All rights reserved. Wissensarchiv für Wirtschaft