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Umweltfaktoren – Die einzelnen Stufen des Entrepreneurship


Die äußeren Einflüsse, die auf den zukünftigen Unternehmer einwirken, sind vielleicht ebenso wichtig wie seine persönlichen Eigenschaften. Es ist kein Zufall, daß manche Teile der Welt in unternehmerischer Hinsicht kreativer sind als andere. Die berühmteste Gegend für Hightech-Entrepreneurship ist Silicon Valley. Weil in Silicon Valley jeder jemanden kennt, der als Unternehmer groß herausgekommen ist, gibt es überall Vorbilder. In dieser Situation entsteht das, was der Stanford-Soziologe Everett Rogers das Silicon Valley-Fieber nennt. Es scheint, als ob in diesem Tal jeder früher oder später davon angesteckt wird und den Wunsch hat, ein eigenes Geschäft zu eröffnen. Uni diesen Prozeß zu erleichtern, gibt es Risikokapitalgeber, die etwas davon verstehen, wie man Hightech-Unternehmer erkennt und unterstützt, Banker, die darauf spezialisiert sind, ihnen Geld zur Verfügung zu stellen, Rechtsanwälte, die etwas von der Bedeutung geistigen Eigentums verstehen und davon, wie man es schützt, und Grundstückseigentümer, die Erfahrung in der Vermietung von Immobilien an junge Unternehmen haben, sowie Lieferanten, die bereit sind, Waren auf Kredit an solche Unternehmen zu liefern, die ihre Bonität noch nicht unter Beweis gestellt haben und außerdem noch Politiker, die das alles absichern.

Vorbilder sind sehr wichtig, denn kennt man einen erfolgreichen Unternehmer, scheint ein Schritt in diese Richtung sehr viel realistischer. Zukünftige Unternehmer finden ihre Vorbilder hauptsächlich zu Hause und bei der Arbeit. Tatsächlich weckt meist ein naher Verwandter, der Unternehmer ist, in einem selbst den Wunsch, auch Unternehmer zu werden, ganz besonders dann, wenn es die eigene Mutter oder der eigene Vater ist. Mehr als die Hälfte der Studenten des Babson College, die Entrepreneurship studieren, stammen aus Unternehmerfamilien. Aber man muß nicht Sproß einer Unternehmerfamilie sein, um selbst Unternehmer zu werden. Bill Gates z.B. war drauf und dran, der Familientradition zu folgen und Rechtsanwalt zu werden, doch er verließ Harvard ohne Abschluß und gründete die Firma Microsoft. Er befand sich in einer aufstrebenden Computerindustrie, die von innovativen Unternehmern aufgebaut worden war, so daß er unter seinen Freunden und Bekannten zahlreiche Vorbilder fand. Der Vorsitzende der britischen Vereinigung für Venture Capital sieht einen der Gründe für die relativ geringe Zahl früher High-Tech-Gründungen seiner Nation im Mangel an britischen Vorbildern, wohingegen es in den Vereinigten Staaten sehr viele herausragende gab, wie Steve f obs, Bill Gates und Ken Olsen, deren Namen zur Legende wurden. Einer von ihnen, Ross Perrot, wurde so bekannt, daß er 1992 von jedem fünften amerikanischen Wähler als Präsidentschaftskandidat bevorzugt wurde.

Einige Universitäten sind geradezu Brutstätten von Entrepreneurship. Z.B. hat das Massachusetts-Institut für Technologie aus den Absolventen seiner Fakultäten zahlreiche innovative Unternehmer hervorgebracht. Unternehmen mit einer Verbindung zum Institut (MIT) machten aus der Wirtschaft von Massachusetts, die sich früher hauptsächlich auf Schuh- und Textilproduktion gestützt hatte, eine Hightech-Wirtschaft. Nach einer Studie der Bank of Boston aus dem Jahr 1989 wurden in Massachusetts allein 636 Unternehmen von MIT-Absolventen seit Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1988 gegründet und dadurch 300 000 Arbeitsplätze geschaffen und so den Einwohnern von Massachusetts ein Gesamteinkommen von 10 Mrd. US-$ ermöglicht. Der weltweite Jahresumsatz dieser Gesellschaften betrug 1988 ca. 40 Mrd. US-$. Die an das MIT angrenzende Nachbarschaft von East Cambridge wurde „Die unternehmerischste Gegend der Welt“ genannt. In einem Zeitungsartikel stand, daß etwa 10 % der Softwaregesellschaften von Massachusetts und 25 % der 140 Biotechnologie-Unternehmen ihre Firmenzentrale auf diesen Quadratkilometern haben.

Jedoch nicht allein die Spitzentechnologie hat Vorbildfunktion, wie an folgenden Beispiele deutlich wird:

– Schätzungen zufolge befindet sich etwa die Hälfte aller Lebensmittelgeschäfte in New York City in Händen von Koreanern;

– die Unübersehbarkeit erfolgreicher Vorbilder führte im Mississippi-Delta dazu, daß sich die Zucht von Katzenwels zu einer gewinnbringenden Alternative zur Baumwollproduktion entwickelte;

– im Nordwesten, an der Pazifikküste der Vereinigten Staaten, gibt es mehr kleine Brauereien als in jeder anderen Region;

– in der Umgebung der Stadt Wells, Maine, findet sich ein halbes Dutzend Second-Hand-Buchläden.

Einer der Hauptgründe für das seltene Vorkommen von Entrepreneurship bei den städtischen Afro-Amerikanern, im Vergleich zu den aus Asien stammenden, ist der Mangel an Vorbildern afro-amerikanischer Unternehmer, insbesondere als Geschäftsbesitzer. Ein ähnliches Problem besteht bei Amerikanern indianischer Herkunft. Der Mangel an überzeugenden Vorbildern ist auch eine der großen Herausforderungen der ehemals kommunistischen Länder Europas, die sich jetzt um die Entwicklung von Entrepreneurship bemühen.

 

 

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