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Subtile Einsichten


Diese überaus wichtige Unterscheidung kann dem nationalökonomischen Laien nur selten oder nie gelingen, wenn en – wie gesagt – nicht über ein bestimmtes Basiswissen in Sachen Ökonomie verfügt. Der amerikanische Ökonom Israel M. Kirzner hat einmal akribisch untersucht, warum dem so ist. En nennt zwei (miteinander zusammenhängende) Gründe:

Die ökonomischen Erkenntnisse sind im allgemeinen kontra-intuitiv (nicht-selbstverständlich), was dazu führt, daß auch der intelligente Ökonomielaie geneigt sein wird, die Behauptung der Politiker als einleuchtend zu akzeptieren, daß die „unkontrollierten“ und „ungebremsten“ ökonomischen Gesetze zu unerwünschten Ergebnissen führen. Die Denkweise, mit welcher die Ökonomie zu ihren Ergebnissen (Schlußfolgerungen, Thesen) kommt, ist nicht nun nicht-selbstverständlich, sondern umfaßt auch Einsichten, deren Subtilität vom Nicht-Trainierten nicht verstanden werden können. (s. Kirzner 1998) Zu 1): Wenn ökonomische Erkenntnisse nicht kontra-intuitiv wären, dann wären in den vergangenen 200 Jahren nicht (auch) so viele intelligente und ernsthaft gesinnte Leute den Überzeugung gewesen, daß staatliche Planung und Marktlenkung unabdingbar seien, wenn „wirtschaftliches Chaos“ und „gesellschaftlicher Niedergang“ verhindert werden sollten.

Es sei an dieser Stelle daran erinnert, daß keine der deutschen Parteien nach dem Zweiten Weltkrieg von der Planwirtschaft abrücken wollte. Ludwig Erhards Entscheidung, die Planwirtschaft der Kriegszeit schlagartig und vollständig aufzugeben, war ein einsamer Entschluß, der gottlob nachträglich von der alliierten Besatzungsmacht genehmigt und gestützt wurde. Erst unter dem Eindruck des massiven Erfolges des freien Marktes zeigte sich auch seine eigene Partei, die CDU, bereit, ihr Parteiprogramm umzuschreiben und allmählich von den planwirtschaftlichen Elementen zu säubern.

Zu 2): Das Verstehen der Ökonomie erfordert eine Sichtweise auf die menschlichen Handlungen und gesellschaftlichen Interaktionen, die den meisten Menschen zunächst fremd ist. Kirzner führt als Beispiel den einfachen Vorgang eines Tausches oder eines Kaufvorgangs an: Dem ungeschulten Auge scheint das ein Austausch (subjektiv) gleichwertiger Dinge zt sein. Also: Wenn jemand im Restaurant ein Essen für 30 DM kauft, dann hat er für dieses Essen und die zugehörigen Serviceleistungen Geldscheine hingegeben, die einen Marktwert von 30 DM haben; und der Wirt hat Geldscheine genommen. die ebenfalls einen Marktwert von 30 DM haben. Der Ökonom sieht diesen Vorgang ganz anders. Für ihn steht fest, daß das Essen für den Käufer subjektiv mehr wert war als die 30 DM, die er dafür hergegeben hat, und daß der Wert des Essens für den Wirt subjektiv niedriger war als die 30 DM, die ei dafür bekommen hat. Für beide, den Käufer und den Verkäufer wurde also durch den Tausch ein neuer, zusätzlicher Wen geschaffen (und nicht nur „Gleichwertiges“ ausgetauscht) Diese elementare Erkenntnis, die für das Verständnis der Ökonomie so wichtig ist, kommt nicht nur dem Normalbürger seltsam und fremdartig vor, sondern sogar so manchem Unternehmer.

 

 

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