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Soziale Mobilität


Was das Individuum betrifft, befinden wir uns in einer völlig neuen Situation. Früher hatte es keinen Sinn zu fragen, wie die einzelne Persönlichkeit ihre Vitalität aufrechterhalten konnte, ihre Fähigkeit zu wachsen, ihre Fähigkeit zu lernen, ihre Fähigkeit, sich zu verändern. Vor allem hatte sich noch vor knapp einhundert Jahren so gut wie niemand mit Wandel, mit Veränderung auseinanderzusetzen. Die meisten Menschen blieben selbstverständlich in der wirtschaftlichen und sozialen Schicht, in die sie hineingeboren waren. Selbst in Zeiten dramatischer sozialer Veränderungen — wie beispielsweise in den ersten zwanzig Jahren der Meiji-Zeit in Japan (1868-1912) oder, etwas früher, in den ersten dreißig Jahren nach den napoleonischen Kriegen in Westeuropa — verfügten nur sehr wenige Zeitgenossen über soziale Mobilität. Es gab deshalb auch kaum Anlaß, etwas zu lernen. Der Junge, der auf einem Bauernhof geboren wurde und dort aufwuchs, wußte im Alter von etwa fünfzehn Jahren alles, was er wissen mußte, um für den Rest seines Lebens ein Bauer zu sein. Und selbst dort, wo hochspezialisierte Fähigkeiten benötigt wurden — und natürlich verfügten die Menschen über eine Menge großer Fertigkeiten —, hatten die Lehrlinge im Alter von achtzehn oder neunzehn Jahren alles gelernt, was sie für den Rest ihres Arbeitslebens brauchten.

Zwei Dinge — die eng miteinander verknüpft sind — haben sich verändert. Zum einen verfügen wir heute über eine hohe soziale Mobilität, besonders aufgrund der Bildungsmöglichkeiten. Das hat es niemals zuvor gegeben. Die erstaunliche Errungenschaft Meijis war die Erkenntnis, daß Bildung den Weg zu sozialer Mobilität ebnen würde. Das Japan der Meiji-Zeit erkannte, daß ein höheres Bildungsniveau jungen Menschen ermöglichen würde, den Bedingungen, in die sie hineingeboren waren, zu entwachsen. Zu dieser Zeit waren sich die meisten Menschen im Westen dessen nicht bewußt (die einzige Ausnahme waren in dieser Hinsicht vielleicht die Vereinigten Staaten).

 

 

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