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Sie werden doch nicht leugnen, daß es sich bei den USA um ein kapitalistisches Land handelt, und daß dort zwar – wie Sie ausführen –unendlich viele neuen Arbeitsplätze entstanden sind, aber eben als Billig-Jobs, als unw&u


Die USA sind noch am ehesten ein kapitalistisches Land, vielleicht, um mal eine über den Daumen gepeilte Zahl zu nennen zu 60%. Auch dort wird seit Jahrzehnten das Würgeeisen der Politik immer enger um die Märkte gelegt. Trotzdem hat das! relativ hohe marktwirtschaftliche Segment im Leben der Amerikaner ausgereicht, um den USA nach wie vor den Status de, wirtschaftlichen Macht Nr. 1 (und damit auch der politischer Weltmacht Nr. 1) auf dem Globus zu sichern. Die Behauptung aber, die amerikanische Jobmaschine hätte nur Billig- unc Junk-Arbeitsplätze geschaffen, ist Jägerlatein der Politprofi! für ihr Lieblingswild, das man in Fachkreisen ,Stimmvieh nennt. Auch hierzu können die statistisch eindeutigen Gegenbeweise im erwähnten Rojas-Büchlein nachgelesen werden. Zum einen werden bei dem Billig-Job-Vorwurf die unzähligen Arbeitsplätze, die in Kanada, Australien, Japan, Holland etc. neu geschaffen wurden, einfach ausgeblendet. Man konzentriert sich auf den kapitalistischen Feind Nr. 1, die USA, und dort auf die Einpacker in den Supermärkten und die gehetzten Bedienungen in den Fast food-Buden. Die Tatsachen sehen jedoch völlig anders aus. Die zwischen 1983 und 1995 in den USA neu entstandenen Arbeitsplätze gehören zu rund 49% in die Kategorie „highly skilled“, zu rund 33% in die Kategorie „medium skilled“, und nur zu rund 18% in den Sektor „low skilled“. Hinzu kommt, daß der Anteil der highly skilled jobs an der Gesamtheit der Arbeitsplätze im selben Zeitraum deutlich zugenommen – und derjenige der low skilled jobs deutlich abgenommen hat. Der Anteil an den zwischen 1983 und 1995 geschaffenen zusätzlichen Beschäftigungsverhältnissen, die über dem Durchschnittseinkommen liegen, betrug 70%, der Anteil der unter dem Durchschnittseinkommen liegenden nur 30%. In absoluten Zahlen: Fast 17 Millionen der 24 Millionen neuen Jobs lagen in der Bezahlung oberhalb des Durchschnittsverdienstes aller Beschäftigten.

Was soll also das Pharisäergehabe der Gewerkschaftsfunktionäre, die uns vor den Fernsehkameras mit angewidertem Gesicht verkünden, die amerikanische Lösung der Arbeitsmarktprobleme käme für uns zivilisierte Europäer nicht in Frage, die aber gleichzeitig Millionen von Opfern ihrer Lohn- und Tarifpolitik von den Steuerzahlern durchfüttern lassen!? Offensichtlich sind die Deutschen so „zivilisiert“, daß sie jahrein jahraus fünf oder sechs Millionen Arbeitslose bezahlen und ansonsten ihrem Schicksal überlassen, nur damit den Syndikatsbossen ihre pfründenträchtigen Mitglieder nicht davonlaufen. Herbert Giersch, der Doyen der deutschen Nationalökonomie, hatte recht als er kürzlich schrieb: „Wenn man sich vor Augen hält, daß gegen fast alle Reformvorschläge... heute das Argument vorgebracht wird, sie führten zum „Kapitalismw pur“ und zu „amerikanischen Verhältnissen“, bleibt nur die Resignation: Augenscheinlich wollen die Deutschen – wissentlich oder unwissentlich – soviel Arbeitslosigkeit, wie sie haben.“ (Giersch 1998, S. 36) Und auch Mauricio Rojas hat recht wenn er darauf hinweist, daß nicht nur die Arbeitslosen Opfer dieser und aller anderen Lügen über Markt, Globalisierung und moderne Technologien sind, sondern wir alle. Weitere Opfer sind alle ausländischen Arbeitskräfte, die man nur noch ah „Jobräuber“ sieht und aussperren möchte. Und Opfer können schließlich die Menschen der ganzen Welt werden, weil eine solche abstruse Sicht der Dinge (die unterstellt, daß den einer genommen werde, was den anderen zuwachse) die Atmosphäre unter den Völkern vergiftet und weltweit zu neuentfachten Nationalismus und zu neuer Fremdenfeindlichkeit führt. Auch hier zeigt sich, daß nicht der Kapitalismus Kampf heraufbeschwört, sondern das statische Denken sozialistischer Neid. komplexe.

 

 

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