Economia48 Projekt Wirtschaftslexikon Management Lexikon Lexikon Wirtschaft
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

 

 

Risiko als Chance – Topmanagement in der Verantwortung


Die Auflösung der Wertschöpfungskette und die damit verbundene Möglichkeit, deren Elemente unabhängig voneinander zu Märkten zu entwickeln, bringt es mit sich, dass Produkte und Produktleistungen voneinander entkoppelt werden können. Als Beispiel zitiert Dieter Heuskel eine Ankündigung des Softdrinkkonzerns Coca Cola, sein Markenpotenzial nun in die Modebranche übertragen zu wollen –das bedeutet die vollständige Loslösung des Ursprungsprodukts von einer neuen damit verbundenen Geschäftsidee. Erster Schritt bei der Suche nach Wachstumspotenzialen ist für Dieter Heuskel die Identifikation der Wertschichten innerhalb des Unternehmens, die ertragreich und wachstumsfähig sind. Auf deren Basis können anschließend Geschäftsarchitekturen entwickelt werden, die über Produkt- und Branchengrenzen hinweg neue Märkte erschließen. Die Orientierung am Wachstum rentabler Bereiche und ein aktives Risikomanagement gehören zu den wichtigsten Aspekten einer Neuorientierung des Unternehmens. Um die wertschaffenden und auch die wertvernichtenden Elemente in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens zu identifizieren, ist es erforderlich, tief in die Geschäftsarchitektur hineinzuschauen, bevor wertschaffende Migrationsbewegungen geprüft werden können: »Business Migration basiert gerade darauf, mehr von dem zu tun, was man gut kennt oder kann, ist also vertraut« – darin liegt genau der entscheidende Unterschied zur Diversifikation. Ein solchermaßen »denkendes« Unternehmen setzt zudem auf eine konsequent wertorientierte Unternehmensführung. Wertmanagement schafft die notwendige Transparenz um die unterschiedlichen Wertschöpfungsaktivitäten beurteilen zu können. Es handelt sich dabei um ein Instrument, das die Veränderungen in der Rentabilität von Geschäften misst. Unabhängig davon, welche der zahlreichen Kennzahlensysteme das Unternehmen einsetzt, steht die Frage im Vordergrund, wie die Wertschaffung in allen Geschäftsprozessen und Entscheidungen des Unternehmens gesteigert werden kann. Mit der Einführung neuer Kennzahlen allein ist es nicht getan. Die angestrebten Renditeziele und die Veränderungen, um diese zu erreichen, müssen für jede einzelne Geschäftseinheit und jeden einzelnen Mitarbeiter auf seinen konkreten Aufgabenbereich heruntergebrochen werden. »Im Ergebnis erhält man eine Zusammenstellung der wesentlichen Hebel, aus denen sich Sollvorgaben für das Management ableiten lassen«. Der wesentliche Unterschied zur klassischen Unternehmensplanung besteht darin, dass hier eine bewusste Analyse und Umsetzung von Wertsteigerungsmaßnahmen in allen Geschäftsbereichen und auf den einzelnen Wertschöpfungsebenen stattfindet. Diese Vorgehensweise impliziert eine Änderung der Führungskultur und der Entscheidungsprozesse eines Unternehmens, die eine Revolutionierung des Unternehmensalltags nach sich zieht. Wertmanagement ermöglicht es, dass Mitarbeiter in einem Unternehmen selbst in ihrem Kernbereich wie Unternehmer agieren können. Die Ungewissheit der Wettbewerbsbedingungen und die Notwendigkeit, immer wieder neue Geschäftsfelder zu eröffnen, lassen Risikomanagement zur zweiten entscheidenden Disziplin werden. Dieter Heuskel verweist in diesem Zusammenhang auf die zwei Aspekte des Risikobegriffs: Risiko beinhaltet zum einen die Unsicherheit über das Ergebnis einer Entscheidung, zum anderen die Exposition dem Ausgang der Situation gegenüber. Die Fähigkeit, ein Ergebnis zu kontrollieren, auf den unterschiedlichen Stufen der Wertschöpfungskette unterschiedlich ausgeprägt. Das lässt sich bei der Gestaltung von Geschäftsmodellen aktiv nutzen: »Unternehmen gewinnen die Möglichkeit, Risiken zwischen unterschiedlichen Akteuren in verschiedenen Wertschichten zu verschieben und risikominimierende Wertschöpfungsarchitekturen zu entwickeln«. Im Energiesektor beispielsweise tragen viele Produzenten nur noch das Anlagerisiko, während das mit dem Anlagebetrieb verbundene Risiko von spezialisierten Betreibergesellschaften übernommen wird. Die horizontale Zusammenfassung von Geschäften wird durch das aktiv betriebene Risikomanagement gefördert. Für manche Unternehmen bestehen gerade auch darin Geschäftspotenziale, Risiken bewusst zu übernehmen, wie es etwa die Biotechnologielabors für die Pharmaunternehmen mit der Entwicklung neuer Produkte tun. Der Risikobegriff trifft nach Dieter Heuskel den Kern der neuen Ökonomie. Im Wechsel von der produktions- zur wissensbasierten Wirtschaft werden sich für diejenigen Unternehmen die größten Chancen bieten, die sich ihre Zukunft selbst erschaffen.

 

 

Diese Seite als Bookmark speichern :

 

 

Weitere empfehlenswerte Webseiten:

Das Unternehmen als Netzwerk bei Chaosmanagement

Die beste aller Welten

Führen durch Zielvereinbarung beim Change Management

 

Startseite | Themen | Projekt | Kontakt | Impressum | Rechtliche Hinweise

1| 2| 3| 4| 5| 6| 7| 8| 9

Copyright © 2011 All rights reserved. Wissensarchiv für Wirtschaft