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Prognose künftiger Leistungen bei Shareholder- Value


Nach der Analyse früherer Leistungen des Unternehmens kann man die Prognose künftiger Leistungen in Angriff nehmen. Hier geht es darum, die Entwicklungsperspektive für die entscheidenden Wertfaktoren Wachstum und Kapitalrendite zu erarbeiten und mit der dritten Dimension, der Zeit, in Verbindung zu bringen. Tom Copeland, Tim Koller und Jack Murrin schlagen vier grundsätzliche Schritte vor. In einem ersten Schritt wird die strategische Position des Unternehmens im Hinblick auf die Besonderheiten der Branche und die Wettbewerbsvor- und -nachteile des Unternehmens analysiert. Eine Untersuchung der Kundensegmente eruiert die genauen Gründe für die Produktwahl der Kunden und hilft bei der Ermittlung des potenziellen Marktanteils des Unternehmens. Die Analyse des Geschäftssystems von der Produktentwicklung bis zum Kundendienst gibt darüber Aufschluss, wie ein Unternehmen durch Kostensenkung, besseren Kapitaleinsatz oder höheren Kundennutzen einen Wettbewerbsvorteil herstellen kann. Die detaillierte Betrachtung der Branche untersucht die Kräfte, die in ihrer Gesamtheit die Ertragskraft des Wirtschaftszweiges ausmachen. Der zweite Schritt ist die Entwicklung von Leistungsszenarien. Diese beschreiben die zu erwartende Leistungskurve und die einschneidenden Ereignisse, die sich auf diese auswirken werden. Die Gestaltung solcher Szenarien darf sich nicht darauf beschränken, einfach das Umsatzwachstum um einen bestimmten Prozentsatz zu verändern. Vielmehr muss ein umfangreiches Bündel von Annahmen über künftige Entwicklungen und deren mögliche Auswirkungen auf die Ertragskraft der Branche und die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens erarbeitet werden. Hieran schließt sich im nächsten Schritt die Prognose von Einzelposten an. Diese Einzelposten betreffen die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung; sie werden für die Errechnung des freien Cash-flows, der Kapitalrendite und der anderen Wertfaktoren zusammengefasst. Auch deren Prognose beruht auf Szenarien. Einen sinnvollen Ausgangspunkt dafür bildet die Untersuchung der Vergangenheitswerte. Auf dieser Basis lassen sich die künftigen Werte der einzelnen Variablen erschließen, und zwar zum Beispiel anhand folgender Fragestellungen: Welche Merkmale der Branche haben sich in der Vergangenheit am stärksten auf die wertbestimmenden Faktoren ausgewirkt? Welche speziellen Fähigkeiten des Unternehmens hatten früher den größten Einfluss auf die Wertfaktoren? Werden die Branchenmerkmale und die Unternehmensfähigkeiten konstant bleiben oder ist mit Veränderungen zu rechnen? Was muss sich in der Branche oder im Unternehmen verändern, damit das frühere Niveau der Wertfaktoren sinkt oder steigt? Im vierten Schritt schließlich gilt es, die Gesamtprognose realistisch zu überprüfen. Um die wahrscheinliche Entwicklung der Wertfaktoren zu verstehen, muss das Unternehmen beispielsweise abschätzen, ob seine Leistung im Bereich der wertbestimmenden Faktoren der eigenen wirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation in der Branchen entspricht, ob seine Kapitalrendite mit der Marktstruktur übereinstimmt und ob sein Umsatzwachstum dem Wachstum der Branche entspricht. Das Unternehmen muss untersuchen, wie hoch sein Kapitalbedarf sein wird, ob es die erforderlichen Mittel beschaffen kann und welche Mittel es anlegen oder an die Aktionäre ausschütten kann. Er ist nach Unternehmenssteuern zu berechnen, da auch der freie Cash-flow nach Steuern angegeben wird.

Er muss auf Nominalzinsen basieren, die aus Realzins und der erwarteten Inflation abgeleitet sind, weil auch der erwartete freie Cash-flow als Nominalgröße ausgedrückt wird. Er ist an das von jedem Kapitalgeber getragene systematische Risiko anzupassen, denn jeder Kapitalgeber erwartet eine angemessene Risikoprämie. Er muss für jede Finanzierungsart die Marktwerte ansetzen, weil nur diese den tatsächlichen ökonomischen Wert der Ansprüche der Kapitalgeber widerspiegeln, während dies auf Buchwerte in der Regel nicht zutrifft. Er muss sich im Laufe der Prognoseperiode an erwartete Änderungen der Inflationsrate, des systematischen Risikos oder der Kapitalstruktur anpassen.

 

 

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