Economia48 Projekt Wirtschaftslexikon Management Lexikon Lexikon Wirtschaft
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

 

 

Produktgestaltung beim Turnaround-Management


Viele Unternehmen haben Sorgen mit ihren Produkten oder einzelnen Produktgruppen, sei es, dass das Produkt zu teuer oder zu kompliziert ist oder dass die Materialkosten zu hoch sind. Da die Material- und Personalkosten die größten Kostenblöcke sind, ist es sinnvoll, hier den Hebel anzusetzen. Reine cost-cutting-Maßnahmen sind aber untauglich, um die Herstellungskosten eines Produkts ausreichend und nachhaltig zu senken – denn die Ursachen für die hohen Herstellkosten liegen in der zu komplexen Struktur des Produkts. Das bedeutet: Das Produkt selbst muss optimiert werden. Dies kann mit drei unterschiedlichen Methoden erreicht werden. Die Komplexitätskosten – die Kosten, die durch die Beschaffung und Verwaltung von Bauteilen und Baugruppen entstehen – lassen sich durch eine Reduzierung der Bauteilevielfalt senken, indem ähnliche Teile vereinheitlicht werden. Zudem verringern sich auf diese Weise die Rüstkosten und der Handlingaufwand.

Die Produktionskosten können durch eine Verschiebung des Variantenbestimmungspunktes (Freeze-Point) verringert werden. Damit ist gemeint, dass man die Produktvariante nicht schon in den ersten Bearbeitungsstufen festlegt, sondern in eine möglichst späte Stufe, beispielsweise in die Endmontage, verlegt. So lassen sich Fertigungslose zusammenfassen, Rüstzeiten minimieren und der Steuerungsaufwand in der Produktion vermindern. Die Produktwertanalyse bindet beide Methoden ein und verringert zusätzlich den Materialeinsatz. Sie geht von der Idee des »optimalen Produkts« aus. Der Grundgedanke liegt darin, unabhängig vom bestehenden Produkt ein optimiertes Produkt zu entwerfen und in die Praxis umzusetzen. Es wird ein Produktoptimum festgelegt, das sich durch minimale Komplexität und niedrigste Kosten auszeichnet; bei der Umsetzung werden dann Abstriche vom Optimum gemacht. Dies führt zu besseren Ergebnissen als bei einem Produkt, das mit traditionellen Verfahren »optimiert« wurde.

Hat man sich für neue Produkte entschlossen, so beginnt die Realisierungsphase. Diese umfasst zunächst das Lay-out der Produktionsanlagen, zum Beispiel der Fertigungshallen. Dies muss nicht mit teuren EDV-Programmen geschehen; es genügt auch eine große Holzplatte mit einem maßstabsgetreuen Modell aus Pappe und farbigen Klebestreifen. Der nächste Schritt ist die Produktionsumstellung. Diese sollte unter Hinzuziehung eines externen Beraters erfolgen, denn exaktes Timing ist ausschlaggebend. Schließlich muss die Markteinführung geplant werden. Vor allem müssen die Vertriebsmitarbeiter mit dem neuen Produkt vertraut gemacht werden. Bevor das Produkt auf den Markt kommt, müssen sie dessen Vorzüge kennen und argumentativ vertreten können.

 

 

Diese Seite als Bookmark speichern :

 

 

Weitere empfehlenswerte Webseiten:

Die Geheimnisse des chinesischen Managements

Soziale Mobilität

Die Notwendigkeit einer kreativen Erneuerung

 

Startseite | Themen | Projekt | Kontakt | Impressum | Rechtliche Hinweise

1| 2| 3| 4| 5| 6| 7| 8| 9

Copyright © 2011 All rights reserved. Wissensarchiv für Wirtschaft