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Potenziale als Kristallisationspunkte integrierten Managements


Mit einem visionären Management wird eine durchgehende Kette von Zukunftsvisionen über unternehmenspolitische Missionen zu strategischen Programmen geschaffen, die letztlich durch das operative Management umgesetzt werden. Die Managementphilosophie solcher Unternehmen ist gekennzeichnet durch Langfristigkeit. Diese Langfristigkeit der evolutorischen Ausrichtung richtet den Blick auf die Entwicklung und Förderung von Potenzialen, aus denen sich, angepasst an die jeweilige Geschäftsentwicklung, neue Leistungsangebote für entstehende Kundenbedürfnisse und Märkte ableiten lassen. Die langfristige Entwicklung von technologischen, Marktbeziehungs- und Humanpotenzialen und deren Harmonisationsfähigkeit durch das Managementpotenzial rückt in den Mittelpunkt unternehmenspolitischer und strategischer Überlegungen. Da hier eine große Zahl zu verknüpfender Parameter vorliegt, handelt es sich bei der Entwicklung langfristiger Potenziale um ein Integrationsproblem höchster Komplexität, für dessen Lösung Denk- und Gestaltungsmuster bereitzustellen sind.

Technologiepotenziale: Sie beschreiben die technologischen Möglichkeiten einer Unternehmung, die auf Fähigkeiten der Beherrschung von Produkt- und Prozesstechnologien beruhen. Produkttechnologische Kriterien beziehen sich auf die Fähigkeit, kundengerechte Produkte zu entwickeln. Die Qualität der technischen Lösungen beeinflusst¬ den Kundennutzen. Hier entsteht eine zu integrierende Schnittstelle zwischen Technologie- und Marktpotenzial. Die Prozesstechnologie ist stärker mit der Ausgestaltung des Leistungserstellungsprozesses verbunden. Die Innovationsfähigkeit ist eine wichtige Einheit zur Bestimmung des Technologiepotenzials.

Marktbeziehungspotenzial: Im Allgemeinen wird unter einem Marktpotenzial die quantitative Seite einer Erfassung von Absatzmöglichkeiten verstanden. Daraus folgt die strategische Überlegung, sich in volumengeprägten und damit interessanten Märkten zu positionieren. Im Sinne eines Managements von Potenzialen steht dagegen die qualitative Seite des Marktpotenzials im Mittelpunkt der Betrachtung. Auf der Absatzseite erfolgt der Versuch, über eine vertrauensvolle Beziehungspflege eine möglichst kontinuierliche Entwicklung eines Kundenstamms in interessanten Marktsegmenten zu erreichen. Auf der Beschaffungsseite steht das Streben nach einem qualifizierten und verlässlichen Lieferantenstamm. Potenzialmanagement zielt auf eine Erhöhung der Interaktionskompetenz, da bei den zu schaffenden Beziehungen Verlässlichkeit und Vertrauen ebenso wichtig sind wie das Leistungsangebot.

Humanpotenziale: Sie umfassen die Quantität und Qualität des vorhandenen menschlichen Leistungsvermögens. Diese Leistungspotenziale dienen der Entwicklung von Technologie- und Marktbeziehungspotenzialen und ermöglichen ihre operative Realisierung, indem sie letztlich Nutzenpotenziale schaffen. Humanpotenzial beinhaltet auch das für die Unternehmensentwicklung besonders bedeutsame Managementpotenzial. Die Fähigkeit zur Harmonisation von Personen und Strukturen in sach-rationale (Fachkompetenz) und sozio-emotionale (Sozialkompetenz) Problemlagen ist hier ein wichtiger Erfolgsfaktor. Neben den allgemeinen kulturprägenden Verhaltensmustern muss insbesondere die Lernfähigkeit bei der Entwicklung von Problemerkennungs- und Problemlösungsverhalten ein Gestaltungsobjekt darstellen. Über sie eignet sich das Humanpotenzial jenes kritische Wissen an, welches den Erfolg der Unternehmensentwicklung mit beeinflusst.

Die zukünftige Entwicklung einer Unternehmung hängt vom Ausbau und der Förderung ihrer Potenziale ab. Die Aufgabenstellung an das Management greift über die Förderung von Potenzialen hinaus, im Sinne eines integrierten Managements ist auch die Entwicklung der einzelnen Potenziale untereinander zu harmonisieren beziehungsweise anzugleichen. Bei der Potenzialharmonisation kommen Steigerungs- und Fokussierungsstrategien zur Anwendung. Eine Steigerungsstrategie versucht, ein Potenzial mit einem vergleichbaren Defizit zu anderen Potenzialen an jenes Potenzial anzugleichen, welches am deutlichsten entwickelt ist. Im Gegensatz dazu verfolgt eine Fokussierungsstrategie das Ziel, eine optimale quantitative und qualitative Neudimensionierung zu erreichen, indem sie auf eine Angleichung von Über- und Unterdimensionierungen einzelner Potenziale abstellt. Diese Vorgehensweise bietet sich an, wenn bei hoch entwickelten Potenzialen Sättigungserscheinungen zu erkennen sind und eine weitere Steigerung ökonomisch sinnlos erscheint.

 

 

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