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Politisch korrekt


Bei Zeitungen und Magazinen mit großen Auflagen liegt natürlich nahe, daß sich fast alle wichtigen Schichtungen und Gruppierungen politischer, weltanschaulicher und berufliche’ Art in ihrer Leserschaft finden – und entsprechend vorsichtig müssen sie agieren. Das ist, neben dem Zeitgeist, eine des Hauptursachen für die beispiellose Verbreitung der sogenannten ,political correctness’ in Deutschland und vielen anderer Ländern, eines Signums der Feigheit und charakterschwachen Beliebigkeitshaltung, die im edlen Gewand der Toleranz und des Respekts vor allem und jedem daherkommen. Welche abstrusen Formen die heute allgegenwärtige Politische Korrektheit’ in den Medien annehmen kann, hat der französische Philosophieprofessor und Direktor der Zeitung L’Express, Jean-Francois Revel, 1988 in seinem Buch „Die Herrschaft der Lüge“ eindringlich geschildert. Eines seiner Beispiele: Im Dezember 1987 wurde in Paris der geheimnisvolle Alte-Damen-Mörder` entdeckt und verhaftet, der bis dahin mindestens dreißig alleinlebende alte Menschen getötet und ihrer Ersparnisse beraubt hatte. Wer nun erwartet hatte, daß die Schlagzeilen von der Verhaftung und das Bild des Mörders am nächsten Tag die Titelseiten der französischen Zeitungen schmücken würden, sah sich gründlich getäuscht. Eine ganze Woche lang versuchten die linkslastigen Blätter Le Monde, Le Matin, LiWration, la Croix und L’Hurnanit, das Ereignis unter den Teppich zu kehren. Der Grund: Bei dem Mörder handelte es sich um einen homosexuellen und drogensüchtigen Schwarzen.

Revel beweist auch, daß diese und andere Formen der Lüge hauptsächlich im linken Spektrum von Presse und Rundfunk angesiedelt sind. Auch die Methode, alles, was nicht links ist. als faschistisch zu diffamieren, ist nicht nur eine deutsche Spezialität. „In Frankreich [ist man] ein Nazi“, schreibt Revel auf Seite 162, „wenn man in irgendeinem Punkt anderer Meinung ist als ein „Mann der Linken“.“ Dort wie hier wird auch die viel realere Gefahr des Linksextremismus verschwiegen und statt dessen jede Versammlung einer Handvoll Neonazis irgendwo in Frankreichs Provinz groß herausgestellt. Auch die Spezialität der (bei unseren Nachbarn ebenso wie bei uns vorherrschend linksgewirkten) Medien, den Rassismus nur in nichtsozialistischen Ländern anzuprangern – wie z.B. jahrelang ir Südafrika –, aber den schwarzen Rassismus gegen Schwarz( und die millionenfachen Morde im übrigen Afrika buchstäblich „links liegen“ zu lassen (weil fast ausschließlich von sozialistischen oder marxistischen Regimes verübt), ist bei unseren französischen Nachbarn ebenso beliebt wie hierzulande Aber das alles aufzudecken und anzuprangern, kann kein Journalist mehr wagen, ohne sofort als „Rechtsextremer“ diffamiert und kaltgestellt zu werden. „Der Aufdeckungsjournalismus“, schreibt Revel, „hört plötzlich auf, geheiligt zu sein [wie ansonsten überall im linken Blätterwald üblich], wenn er der Journalismus selbst zum Thema macht.“

Fazit: Kaum eine Person, kaum eine Personengruppe und kaum eines jener Organe, die im Massengeschäft der Informations- und Unterhaltungsindustrie tätig sind, ist wirklich unabhängig, schon gar nicht so unabhängig, um immer – oder wenigstens oft oder auch nur gelegentlich – „die Wahrheit sagen“ zu können, wenn das Meinungsbild wesentlicher Lesergruppen dieser Wahrheit entgegensteht. (Das Wörtchen „kaum” rechtfertigt sich aufgrund weniger löblicher Ausnahmen, welche an späterer Stelle noch genannt werden.)

 

 

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