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Nationale Grenzen und Regierungseinflüsse als Störfaktoren der Weltwirtschaft


In Japan wird von einigen Seiten argumentiert, daß Gleichmacherei und eine wirtschaftliche Spezialisierung auf internationalem Level den Nerv der japanischen Industrie treffen. Wie wir alle wissen, gestaltet sich die Produktion genau dann besonders effektiv, wenn sie in einem Teil der Welt stattfindet, wo Ressourcen, Technologien und Kosten in einem besonders guten Verhältnis zueinander stehen. Wenn Produkte an solchen Standorten hergestellt werden und keine Handelsbarrieren existieren, werden die Regionen der Welt interdependente Beziehungen zueinander aufbauen.

Die Beziehungen zwischen Ländern sollten sich von einem Gegeneinander zu einem Verhältnis gegenseitiger Abhängigkeit entwickeln. Die Schwächung einer Schlüsselindustrie eines Landes beinhaltet nichts anderes als eine Verschiebung der Produktion in Richtung des effizientesten Standortes im internationalen Vergleich. Soweit das Japan betrifft, müßte diese Verschiebung den Industrien des Landes einen größeren technologischen Vorsprung verschaffen.

Wenn also die gegenseitigen wirtschaftlichen Abhängigkeiten zunehmen, Unternehmen multinational werden und weltweit immer mehr Grenzen fallen, wird das System der nationalen Grenzen zwischen einzelnen Staaten bedeutungslos. DieAngst, daß dadurch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes geschwächt wird, entspringt der Vorstellung, daß die gesamte Bandbreite aller Industrien in einem Land vorhanden sein muß. Und das, obwohl Geschichte und System jedes einzelnen Landes, im Kontext einer umfassenden humanwissenschaftlichen oder religiösen Sichtweise, vergleichsweise unbedeutend bleiben.

Wenn ein Land sich auferlegt, die vollständige Palette wichtiger Industrien vor Ort etablieren zu müssen, wird es sich mit einigen belasten, die im internationalen Vergleich ineffektiv sind. Das Subventionieren solcher Industrien ist teuer und führt zu Spannungen mit anderen Ländern.

Hier zeichnet sich ab, was weltweit – auch in Japan – geschehen wird.

Der Einfluß der Regierungen, die vieles und häufig ohne Grund als Krise bewerten, wird immer größer Zur Zeit sind es die nationalen Grenzen, die wirtschaftliche Probleme zu politischen machen. Ich bin der Überzeugung, daß nationale Grenzen einen freien Wettbewerb verhindern und die natürliche Entwicklung hin zu einer gleichberechtigten wirtschaftlichen Spezialisierung blockieren. Sie untergraben ebenso die Bemühungen für ein effektives Weltwirtschaftssystem.

Sollte man die Veränderungen, die sich im japanischen Wirtschaftssystem abzeichnen, als Schwächung der nationalen Wirtschaft werten? Was darf Japan von einer Welt erwarten, in der es um globales Wirtschaftswachstum und im besonderen um Wirtschaftswachstum in Asien geht?

Denken Sie, daß die Welt in Zukunft immer freizügiger wird? Und – sollte dieses so sein – werden EU und NAFTA sich behaupten können, und können sie Vorbild für eine Welt ohne Grenzen sein?

Das Ende der wirtschaftlichen Monokultur in Japan

Schon vor zehn Jahren war ich von Japans zu großer Abhängigkeit vom Westen überzeugt. Zu diesem Zeitpunkt wanderten 40 Prozent aller japanischen Exporte in die USA, weitere 10 bis 15 Prozent nach Europa. Das zog eine viel zu große Abhängigkeit nach sich und führte sowohl in den USA als auch in Europa zu einer Reihe protektionistischer Maßnahmen.

In den letzten zehn Jahren ist das Gleichgewicht in Japan wiederhergestellt worden. Inzwischen machen die Lieferungen in den Westen weniger als ein Drittel des Exportvolumens aus, wenn nicht sogar weniger als ein Viertel. Die USA nehmen zur Zeit nicht mehr als ein Fünftel des japanischen Exports ab, und es werden mehr japanische Waren auf das asiatische Festland exportiert als in die USA. Gerade da in den letzten zehn Jahren der Handel über den Pazifik für die USA wichtiger geworden ist als der Handel über den Atlantik – die wahrscheinlich nachhaltigste wirtschaftliche Entwicklung in den USA während der letzten zehn Jahre –, ist der Handel zwischen Japan und dem asiatischen Festland umfangreicher als die japanischen Exporte in die USA geworden. Er entspricht fast dem gesamten Volumen des Handels mit dem Westen. Dies ist, um es zu wiederholen, eine gewaltige Entwicklung, wahrscheinlich die wichtigste für Japan. Vor zehn Jahren sagte man, daß Japan nur ein Eisen im Feuer habe. Nun sind es immerhin zwei.

Dieser Sachverhalt beeinflußte meine Einschätzung der japanischen Wirtschaftsleistung der letzten zehn Jahre nachhaltig. Auch wenn in Japan Pessimismus vorherrscht, so ist dieser für außenstehende Beobachter nicht unbedingt nachvollziehbar. Die Leistung, federführend bei der wirtschaftlichen Entwicklung des asiatischen Festlandes zu sein, ist außergewöhnlich und beispiellos. Gleichzeitig konnte Japan seine Marktposition in den USA behaupten, obwohl der Konkurrenzkampf dort immer heftiger wird. Zudem hat Japan seine Position in Europa, heftigem Protektionismus zum Trotz, stärken können.

 

 

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