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Management-Philosophien als Wettbewerbsfaktor bei integriertem Management


Management-Philosophien werden von den gesellschaftlich-politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen, die sich im Lauf der kulturellen Entwicklung im Unternehmensumfeld herausgebildet haben, beeinflusst. Aus diesem Grund haben sich in einzelnen, wirtschaftlich besonders entwickelten Regionen der Welt außerordentlich unterschiedliche Management-Philosophien entwickelt. Für die Gewinnung von Entwicklungs- und Überlebenspositionen im internationalen Wettbewerb gilt deshalb: Management-Philosophien stellen nicht nur einen nationalen Erfolgsfaktor, sondern auch einen internationalen Wettbewerbsfaktor dar.

Die Normen und Werthaltungen einer Management-Philosophie tragen das Denken und Handeln des Managements und durchdringen die konzeptionellen und vollziehenden Dimensionen des Unternehmensgeschehens. Gleichsam stellen sie ein Sensorium für das Erfassen von Veränderungen und das Erkennen der Notwendigkeit korrigierender Eingriffe in die Unternehmensentwicklung dar. Es treten also nicht nur Unternehmen mit ihrem Management untereinander in Wettbewerb, sondern auch deren Denk- und Handlungsphilosophien stehen in einem Konkurrenzkampf: Management-Philosophien werden gegenüber allen sichtbaren und expliziten Faktoren schließlich implizit zum eigentlichen, entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Das Vollziehen einer Transition birgt Chancen und Risiken in sich. Während ein neues Paradigma um seine Durchsetzung ringt, ergibt sich für eine gewisse Zeit eine komplizierte Übergangssituation, in welcher sich das Management von sozialen Systemen vor besonders schwierige Anpassungszwänge gestellt sieht. Unternehmen in einer solchen Situation können Strategien eines sowohl-als-auch verfolgen, indem sie versuchen, möglichst den Forderungen beider Paradigmen Genüge zu leisten. So kann beispielsweise einerseits der Unternehmer mit visionärem Weitblick die missionarische Umsetzung der erkannten Veränderungsnotwendigkeiten, die durch das neue Paradigma notwendig werden, vorantreiben. Andererseits erfolgt ein professionelles Streben nach routinegeprägter Effizienz durch die Standardisierung arbeitsteilig organisierter Leistung durch ein professionelles Management, das sich an nominalen, nachweisbaren Ergebnissen orientiert.

In dem erzeugten Spannungsfeld durch die gleichzeitige Berücksichtigung von Facetten gegenläufiger Paradigmen können Widersprüche und Risiken nicht ausbleiben. Gerade Systeme mit einer großen und erfolgreichen Vergangenheit, die vor dem Hintergrund des alten Paradigmas gestaltet wurden, müssen diejenigen Dimensionen, Funktionen und Bereiche des Unternehmensgeschehens definieren, an denen bewusst angesetzt werden soll, um neue paradigmatische Vorstellungen durchzusetzen. Unternehmen, die sich frühzeitig als Pioniere mit dem Neuen auseinander setzen, werden in Zukunft die entscheidenden Wettbewerbspositionen erringen, während andere mit eingeschränkten Wahrnehmungen zu spät versuchen werden, den Pionieren hinterherzulaufen. Die Kunst des Managements wird darin liegen, sowohl in der Sache als auch im Zeitbezug den dargestellten Prozess eines paradigmatischen Übergangs auszusteuern: An den Stellen des Unternehmens, an welchen der Wandel besonders deutlich ansetzt, müssen die den neuen paradigmatischen Vorstellungen entsprechenden Veränderungen zügig vollzogen werden. Wo sich jedoch das Alte weiterhin als effizient erweist, sollten, um das Erreichte nicht durch zu weitreichende oder voreilige Schritte zu gefährden, vorsichtige Schritte auf das Neue zuführen. Die prinzipielle Erfolgsformel der Handlungen des Managements liegt damit im Ausgleich zwischen der Veränderung und der Bewahrung.

 

 

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