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Konfuzius in der modernen Welt


Wir können uns vorstellen, wie es in China aussehen wird, wenn das chinesische Wirtschaftswachstum in der Tat in den nächsten fünf, zehn oder fünfzehn Jahren kontinuierlich ansteigt - dies ist allerdings die optimistischste aller Annahmen.

Aber auch wenn wir eine optimistische Entwicklung in diesem Land voraussetzen, wird das China des Jahres 2010 wahrscheinlich ein sehr traditionelles China sein - und dennoch ein sehr modernes. Es wird wahrscheinlich, wie das in China immer üblich war, von einem kleinen Führungskader, den Mandarinen, regiert. So habe ich auch während meiner Reisen nach China immer das Gefühl gehabt, daß die sogenannte kommunistische Elite, also die Menschen an der Regierung und in der regierenden Partei, sich in keinster Weise von der der konfuzianischen Herrschaft unterscheidet, die China während fast seiner ganzen Geschichte bestimmt hat. Wie es während dieser Zeit üblich war, fehlt dieser Elite auch heute jegliche praktische Erfahrung. Für sie zählt allein die Theorie. Sie erachten es etwa als unter ihrer Würde, sich mit Angelegenheiten von globaler Bedeutung zu beschäftigen, zum Beispiel dem Management eines Unternehmens. Es ist kein Zufall, daß es in China kaum staatseigene Unternehmen gibt, die in einer guten Verfassung sind, gut gemanagt werden und ein annehmbares Produkt herstellen, das auch Abnehmer findet. Wie Sie wissen, waren alle Entwicklungen der letzten zehn Jahre auf private Initiative zurückzuführen - und fast alle Entwicklungen gehen von Unternehmen aus, die sich der Verwaltung und Kontrolle der sich auflösenden Bürokratie entziehen können.

Doch unterhalb dieser handlungsunfähigen und inkompetenten Klasse - und in diesem Punkt unterscheidet sie sich nicht von der der Mandarine des imperialistischen Chinas mit ihrer tausendjährigen Geschichte - gäbe es dann eine aufstrebende Wirtschaft, die größtenteils von den Familiennetzwerken in Gang gesetzt und gehalten wird, organisiert von den Übersee-Chinesen.

Am unteren Ende dieser Sozialordnung wäre dann, wie immer in China, die Landbevölkerung zu finden, die in fünfzehn Jahren vielleicht produktiv wirtschaften kann (wenngleich ich einräume, daß diese Sicht, wenn man die derzeitigen Fakten zugrunde legt, sehr optimistisch ist).

 

 

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