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Keimzellen des Wandels die Hingabe der ehrenamtlich Tätigen


Die Keimzellen dieser Veränderungen sind in Japan schon sichtbar; ich habe den sich abzeichnenden Prozeß mit eigenen Augen in der hingebungsvollen Arbeit der Freiwilligen gesehen, die den Opfern des jüngsten Erdbebens halfen. Einige dieser Helfer mieteten Autos, um Wasser und Nahrungsmittel in das Unglücksgebiet zu bringen; andere sortierten und verteilten die Hilfsgüter, die aus dem ganzen Land in der Präfektur Hyogos und in der Stadthalle Kobes eintrafen; wieder andere versorgten die Opfer, die in Parks und anderswo in der Kälte übernachten mußten, mit Nudeln und anderen warmen Mahlzeiten. Sie kamen aus dem ganzen Land, aus freien Stücken, um zu helfen, wo sie nur konnten. Ihre Hingabe und ihr Organisationstalent waren überwältigend und dazu auf einem Niveau, für das es in der Geschichte unseres Landes kein Beispiel gibt.

Der Begriff des Freiwilligen wird in Japan, wo die Tradition der ehrenamtlichen Tätigkeit noch sehr jung und das Wahrnehmungsvermögen und die Fähigkeiten auf diesem Gebiet sehr unterschiedlich sind, häufig mit Selbstlosigkeit und Tugendhaftigkeit assoziiert. Ehrenamtliche Arbeit ging entweder mit Defiziten oder mit dem doppelten Aufwand einher und war, wie man ehrlich feststellen muß, nicht immer nur zum Besten der Menschen und Gegenden, denen geholfen werden sollte.

Aber die wahre Bedeutung der jüngsten ehrenamtlichen Anstrengungen, um den Erdbebenopfern zu helfen, liegt nicht so sehr in dem an Bedeutung gewinnenden Konzept der Ehrenamtlichkeit, als vielmehr in der Tatsache, daß viele Menschen persönlich in das Unglücksgebiet gingen und dort am eigenen Leibe organisatorische und körperliche Erfahrungen machen konnten. Langsam, aber sicher ändert dies die Natur sowohl der ehrenamtlichen Helfer als auch der breiten Öffentlichkeit. Für die Japaner ist diese Art des Sichanbietens und der Selbstdisziplin unerläßlich für die Lebendigkeit der Gesellschaft.

Es wird jedoch noch einige Zeit dauern, bis wir in vollem Umfang begreifen, wie die Ausrichtung der Institutionen des sozialen Sektors die Menschen und die Gesellschaft wird ändern können, wie Sie es in Ihrem Brief aufzeigen. Ebenso notwendig ist, wie ich finde, die Tatsache, daß es in unserer Verantwortung liegt, den Weg für diejenigen Mitbürger frei zu machen, die motiviert und bereit sind, unsere Gesellschaft zu verbessern.

Wie in Ihrem Buch »The Postcapitalistic Society« (dt. »Die Postkapitalistische Gesellschaft«) nachzulesen ist, ist es die Pflicht der Führungskräfte und die Rolle des Managements in den Industriestaaten, den Angestellten diese Absicht nahe-zubringen und sie so zu Menschen zu machen, die einen Beitrag leisten.

 

 

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