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Ist das nicht Wortklauberei: Der „reine“ Kapitalismus, den es nirgendwo so richtig gegeben haben soll, auf der einen Seite, und die bösen Staaten, Herrscher oder Regierungen auf der anderen Seite?


Es ist wohl notwendig, den Themenkreis ,Frieden, Krieg, Staat Kapitalismus und Freiheit’ ausführlicher anzugehen. Folgen. der Zusammenhang ist von großer Bedeutung: Die einzig legitime Aufgabe eines Staates oder einer Regierung besteht darin die Bürger vor Gewalt zu schützen, vor Aggression gegen Leib Leben und Eigentum eines jeden, im Inneren wie von außen Eine gute Regierung minimiert durch entsprechende Gesetz( die Anreize eines jeden Bürgers zu aggressivem Verhalten gegenüber seinen Mitbürgern. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, muß die Regierung das Gewaltmonopol besitzen. Hier durch entsteht aber sofort das Problem, daß nun die Regierung oder der Staat auch Gewalt gegenüber den eigenen Bürgert (und gegenüber anderen Staaten) ausüben kann, Gewalt also die nicht im Zusammenhang mit seiner legitimen Schutzfunk tion steht. Der Staat kann selber zum Aggressor werden. Des halb bedarf es einer beschränkten Regierung, wenn Frieden und Freiheit gewahrt werden sollen. In einer vollständig kapitalistischen Gesellschaft darf der Staat keinen Schritt über die se Schutzfunktion hinausgehen.

Kapitalismus oder Marktwirtschaft heißt nämlich, auf eine Kurzformel gebracht: Privateigentum plus (privater) Vertrag plus (friedlicher) Wettbewerb. Also darf kein Nicht-Privater, keine hoheitliche Herrschaftsinstitution oder kein wie auch immer geartetes Kollektiv in diese drei Elemente eingreifen, noch sie selber ausüben. Weder darf der Staat selbst Eigentum besitzen (denn er müßte es ja den Privaten wegnehmen, um es besitzen zu können), noch darf er den Privaten (Bürgern und Unternehmen) vorschreiben, wie oder was sie zu produzieren haben, denn das wäre ja Eingriff in die Eigentumsrechte und würde die privatrechtlichen Verträge durch Zwang und Gewalt ersetzen. Noch darf der Staat selbst produzieren, weil sonst kraft seines Gewaltpotentials der Wettbewerb nicht mehr friedlich wäre. Das gilt auch für alle Dienstleistungen, auch für das Bildungswesen, das Gesundheitswesen, die Altersvorsorge, alle Versicherungen und alle Arbeitsverträge. Die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Menschen müssen privat erfüllt werden, auch solche karitativer Art. Einnahmen und Ausgaben des Staates sind deshalb strikt auf seine Schutz- und Verteidigungsmaßnahmen zu begrenzen. Logischerweise ist somit Kapitalismus in seiner reinen Form eine Laissez-faire-Marktwirtschaft, und in ihr hat der Staat – da haben die Marxisten ausnahmsweise mal recht – nur eine „Nachtwächter“-Funktion. Die Bürger dürfen von diesem Wächter nichts zu fürchten haben, solange sie sich an die friedlichen Spielregeln des Marktes halten; sie müssen jedoch seine ganze Strenge und Stärke erfahren, wenn sie die Regeln verletzen. Aggression, Zwang und Gewalt, die über besagte Schutzfunktion hinausgehen – und erst recht Krieg und Eroberung, haben im Kapitalismus nichts zu suchen und haben weder etwas mit Marktwirtschaft noch mit Freiheit zu tun. Wie immer man derartige Aktionen bezeichnen mag: man möge sie nicht „kapitalistisch“ nennen.

 

 

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