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Integriertes Management


Die wachsende Komplexität der Lebens- und Umweltverhältnisse und die dadurch veränderten Herausforderungen an das Management erfordern einen konzeptionellen Paradigmawechsel. Denn Führungskräfte müssen die rasante Dynamik gesellschaftlicher, ökonomischer und technologischer Veränderungen verkraften und in zukunftsweisende Handlungen umsetzen, um die Überlebens- und Entwicklungsfähigkeit ihres Unternehmens zu sichern. Die herkömmlichen Ansätze zur Problembewältigung sind also zu hinterfragen. In dieser Situation gibt Knut Bleicher mit seinem Werk Integriertes Management Managern ein Konzept an die Hand, mit dem wesentliche Probleme des Managements strukturiert durchdacht und zu einem integrativen Gesamtkonzept zusammengefügt werden können. Bleicher knüpft an die 1971 erstmals von Hans Ulrich und Walter Krieg veröffentlichte Schrift Das St.Galler Management-Modell an.

Mit der steigenden Beschleunigung der Veränderung von Grunddaten nehmen Systeme in bestimmten Zeitspannen eine immer größere Anzahl verschiedener Zustände an, was deren Erfassung durch den Menschen erschwert und Unsicherheiten produziert. Bislang reagierten die Unternehmen mit einer angestrebten Komplexitätsreduktion durch vorprogrammierte Prozessstrukturen, um eine gewisse Stabilität zu erhalten. Doch diese Vorgehensweise stößt unter den veränderten Bedingungen schnell an ihre Grenzen. Eine zu fordernde Veränderung der Systemstruktur im Unternehmen durch offen strukturierte Entwicklungsmuster der Selbstgestaltung erhöht zwar die Komplexität, lässt aber auch Raum für Verhaltensvarietät und ermöglicht damit die notwendige Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Unternehmensführung verlagert sich weg vom Ökonomisch-Technischen hin zum Ökonomisch-Sozial-Humanen. Die Bewältigung gestiegener Komplexität bedarf eines Managements sozialer Systeme mittels ganzheitlichen Denkens, welches der Vernetztheit der Probleme und Beziehungen im sozialen System gerecht wird. Das neue Paradigma liegt in dem Wechsel vom bisherigen linear, kausal-analytischen zu einem auf das Ganze gerichteten, synthetisch-vernetzten Denken. Die Selbstgestaltung und Entwicklung von sozialen Systemen sind für die flexible Anpassung von Unternehmen an veränderte Umweltbedingungen bedeutsam. Das zentrale Anliegen des Managements muss es sein, durch die Einleitung und Handhabung von Veränderungsprozessen die Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine Unternehmensentwicklung erlauben und somit das Überleben des Systems sicherstellen. Der Paradigmenwechsel im Management, der insbesondere durch den Übergang zum quartiären Sektor einer sich abzeichnenden Wissensgesellschaft notwendig wird, lässt sich zu folgenden Kernaussagen zusammenfassen, welche die Entwicklungstrends für die Weiterentwicklung von Managementkonzepten betreffen: 1. Das technokratische Führungsverständnis mit Machbarkeitsansprüchen wandelt sich zu einer Unternehmensphilosophie des Kultivierens einer »spontanen« sozialen Ordnung. 2. Es erfolgt eine zunehmende Fokussierung auf weiche, immaterielle und humane Aktiven als kritische Erfolgsfaktoren der Unternehmung. 3. Die Abkehr vom Gleichgewichtsstreben rationaler Optimierung eines strukturellen und systemischen Managements führt zum visionären Entdecken und Produzieren von Ungleichgewichten im Unternehmerischen. 4. Die tief greifende Spezialisierung und Arbeitsteilung wird abgelöst

von einer Generalisierung von Aufgaben und Verantwortung. 5. Der Umgang mit Wissen wird zur kritischen Kernkompetenz jeder Unternehmensführung. Die Rahmenbedingungen richten sich auf die Handhabung von Informationen aus. 6. Die asymmetrische Einflussgestaltung durch Führung wird durch symmetrische laterale Kooperation ersetzt.

 

 

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