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Informationstechnologie bei Business Reengineering– aber richtig eingesetzt


Die Informationstechnologie spielt im Business Reengineering eine tragende Rolle – sowohl »im Guten« als auch »im Schlechten«. Entspricht sie dem neuesten Stand der Technik und wird sie nicht mit Automatisierung gleichgesetzt, ist sie ein wesentlicher Träger des Reengineeringprozesses, da sie es den Unternehmen ermöglicht, ihre )Prozesse neu zu gestalten. Wird die Informationstechnologie aber a lsch eingesetzt, kann sie Business Reengineering nicht nur erschweren, sondern sogar gänzlich verhindern, indem sie alte Denkweisen und Verhaltensmuster verstärkt.

Wichtigste Anforderung ist es, das induktive Denken zu lernen. Die meisten Manager denken deduktiv. Ihre Stärke ist es, Probleme zu definieren, verschiedene Lösungsansätze zu bewerten und nach geeigneten Lösungen zu suchen. Dies reicht nicht aus, wenn man ein Unternehmen radikal neu aufbauen möchte. Wer hierfür die Informationstechnologie einsetzen will, muss deduktiv denken – das heißt er muss die Fähigkeit besitzen zuerst eine überzeugende Lösung zu erkennen, um dann die Probleme aufzuspüren, die sich damit aus der Welt schaffen ließen. Hier werden viele Fehler gemacht. Die meisten Unternehmen betrachten die Informationstechnologie durch die Linse der bestehenden Prozesse. Es wird dann gefragt, wie die neuen Techniken eingesetzt werden können, um derzeitige Arbeitsweise zu verbessern oder zu rationalisieren. Dies ist falsch. Richtig wäre es zu fragen, wie man mit Hilfe der Technologie neue Dinge tun kann. Business Reengineering bedeutet nicht Automatisierung, sondern Innovation: »Es geht darum, mit Hilfe der neuesten technischen Möglichkeiten ganz neue Ziele zu erreichen.« Durch die Informationstechnologie lassen sich viele Regeln der Arbeitsorganisation brechen. Michael Hammer und James Champy zählen einige Möglichkeiten der Destabilisierung auf, unter anderem:

Alte Regel: Informationen sind zu einem bestimmten Zeitpunkt immer nur an einem Ort verfügbar. Destabilisierende Technologie: Gemeinsam genutzte Datenbanken Neue Regel: Informationen können gleichzeitig an beliebig vielen Orten genutzt werden.

Beispiel: In einer Versicherung kann Sachbearbeiter A die Prämie eines Versicherungsnehmers ausrechnen, während Sachbearbeiter B die Bonitätsprüfung vornimmt.

Alte Regel: Nur Experten können komplexe Arbeiten übernehmen. Destabilisierende Technologie: Expertensysteme

Neue Regel: Ein Generalist kann die Arbeit eines Experten übernehmen.

Beispiel: Sämtliche Kundendienstmitarbeiter einer Bank werden mit einem Expertensystem ausgerüstet, das ihnen Ratschläge in Bezug auf Produktmerkmale und -beziehungen gibt. Mit diesem System kann jeder Mitarbeiter bei jeder Anfrage dem Kunden auch andere Produkte anbieten, also Cross-Selling betreiben.

Alte Regel: Unternehmen müssen zwischen Zentralisation und Dezentralisation wählen.

Destabilisierende Technologie: Telekommunikationsnetzwerke

Neue Regel: Unternehmen können gleichzeitig die Vorteile der Zentralisation und der Dezentralisation ausschöpfen.

Beispiel: Die Materialbeschaffung von Hewlett-Packard war stark dezentralisiert mit der Folge, dass die Mengenrabatte für Großaufträge nicht in Anspruch genommen werden konnten. Eine Zentralisierung des Einkaufs hätte das Problem nicht gelöst, sondern ein zusätzliches geschaffen, nämlich das der mangelnden Reaktionsfähigkeit und der Bürokratie. Hewlett-Packard fand einen dritten Weg über den Einsatz eines bestimmten Softwaresystems. Die Fertigungsdivisionen bestellen nach wie vor die Teile für den eigenen Bedarf. Allerdings verwenden die einzelnen Einkaufsabteilungen ein Standard-Einkaufssystem, das alle Daten in eine neue Datenbank überträgt.

 

 

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