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Information spart Management, Energie und Kapital bei virtuellen Unternehmen


Das Informationsmanagement übernimmt für William Davidow und Michael Malone eine zentrale Rolle im virtuellen Unternehmen. Sein Erfolg wird von seinen Fähigkeiten abhängen, in all seinen Abteilungen einen umfangreichen Datenfluss zu sammeln, zu integrieren und auf dieser Basis zu entscheiden: »Die pure Kraft dieses Vorgangs wird die Kapital-, Management- und Energie-Intensität verringern, einer der fundamentalen Vorteile des virtuellen Unternehmens gegenüber zeitgenössischen Betrieben.«

Das heutige Management geht immer stärker dazu über, Entscheidungen und Kontrollfunktionen an diejenigen Mitarbeiter zu übertragen, die am nächsten »an der Arbeit dran« sind. Computer sammeln und verteilen heute die Informationen, die früher von Managementhierarchien ausgingen. Vom modernen Mitarbeiter erwartet man, dass er mit diesen Computerinformation umgehen kann und weiß, was er zu tun hat, anstatt auf Anweisungen zu warten. Häufig sind gar keine Unterschiede mehr zwischen Mitarbeiter und Führungskraft erkennbar. Das bedeutet: Die Management-Intensität geht zurück. Besonders deutlich ist dies in den Servicebereichen Banken, Verwaltung und Wirtschaftsprüfung zu erkennen. Unternehmen hängen immer stärker nicht von Managern, sondern von kompetenten Arbeitnehmern ab. Die Rolle des Managements wird immer weniger wichtig, je umfassender Computer informative Funktionen übernehmen und je besser die Mitarbeiter ausgebildet und in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Gleichzeitig geht auch die Energie-Intensität zurück. Der Wert der Dinge, die man kauft, hängt immer stärker von ihrem technischen und informativen Gehalt und immer weniger von ihrer Masse an Material und Energie ah. »Leistungsfähige Produkte«, so William Davidow und Michael Malone, »wiegen heute nicht mehr, sie können einfach mehr. Ihr Wert ist eine Funktion ihrer informationsverarbeitenden Eigenschaften.« Beispiele für diese Entwicklung sind die Zubehörteile, die Autos heute teuer machen. Hochwertige Stereoanlagen, ABS-Bremsen, elektronische Steuerungen für Benzineinspritzung, Sitz- und Spiegeleinstellung oder Airbags sind bei den Kunden begehrt und bringen den Herstellern Gewinne. Nicht der materielle, sondern der informative Gehalt ist es, der diese Dinge so wertvoll macht. Eindrucksvollstes Beispiel für den Energie sparenden Charakter der datenintensiven Industrien ist die Halbleiterindustrie selbst; auf sie entfällt ein Großteil der informativen Wertschöpfung moderner Produkte. In der datenintensiven virtuellen Unternehmenswelt kann die Beschaffung und Verarbeitung von Information Milliardenwerte schöpfen, ohne nennenswerte Energiemengen zu verbrauchen.

Schließlich sind virtuelle Unternehmen auch weniger kapitalintensiv als herkömmliche Betriebe. Virtuelle Unternehmen, die schlank produzieren, nutzen ihre Maschinen und Anlagen effizienter, senken ihren Bedarf an Betriebskapital und steigern den Ausstoß pro Fläche. Dies gilt besonders für die Fertigung von Waren mit einem hohen Informationsgehalt. Überzeugende Beispiele sind Microsoft und Intel. Als wichtigster Anbieter von PC-Software hat Microsoft seine ungeheuren Wachstumsraten selbst finanziert; die Aktienausgabe des Unternehmens sollte vor allem den Eigentümern Liquidität verschaffen. Intel bringt jeder verkaufte Chip einen geschätzten Bruttogewinn von 80 Prozent – der Wert eines Chips steckt nicht in seinen Herstellungskosten, sondern in der Datenverarbeitungskraft, die der Kunde gewinnt.

 

 

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