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Hochqualifiziert und inkompetent


Nicht weniger kläglich präsentiert sich die berufsspezifische( Praxisferne des staatlichen Bildungswesens in Deutschland Nur ganz wenige Experten wagen es, die dramatischen Fehlentwicklungen in der Bildungs- und Ausbildungspolitik der Bonner Spätsozialisten schonungslos zu benennen. Einer der Mutigen ist der Professor für Arbeitsökonomik an der Universität Bochum, Erich Staudt. „Wir hatten ein ausgezeichnete Gymnasialsystem“, so Staudt, „das einer kleinen Elite höher( Bildung erlaubte. Heute ist es ein realitätsferner Aufenthaltsort für immer mehr junge Leute. Im Ergebnis verlassen sie die. se Anstalten mit 19 oder 20 Jahren, ohne etwas vom Arbeitsalltag erfahren zu haben, und drängen... an die Hochschulen.. Viele von ihnen verbringen die besten Jahre ihres Lebens hoch frustriert in Hörsälen, und erst der Praxisschock macht ihnen die Realitätsferne dieser Ausbildung bewußt. Nicht nur die(Lehrer oder Sozialwissenschaftler und Ingenieure stehen heut( in Deutschland hochqualifiziert aber inkompetent auf der; Straße, sind unfähig, ihr Wissen zur Anwendung zu bringen.’ Und zum beruflichen Bildungssystem führt Staudt aus: „Unbestritten ist eine berufliche Ausbildung dann am effektivsten wenn sie sich rentiert, und das ist dann der Fall, wenn die Entwicklungsabsichten eines Betriebes und eines sogenannten ‚Auszubildenden’ zusammenkommen. Kein Mensch betreibt Ausbildung der Ausbildung wegen, jeder will den Verwertungszusammenhang sehen, wenn er motiviert daran teilnehmen soll... Für Bildungsideologen dagegen ist es ein Greuel, wenn man die Worte Bildung und Rendite zusammenbringt.“ (Staudt 1997). Solch triste Ergebnisse einer Politik, die - auch hier - Umverteilungspolitik statt Bildungspolitik ist, kommen den Bildungstechnokraten in den Fachministerien jedoch gar nicht so ungelegen, wie man annehmen könnte. Lassen sich doch anschließend zur vermeintlichen Schadensbegrenzung ein Dutzend weitere Politikfelder (meist „Reformen“ genannt) eröffnen, die zwar wiederum kontraproduktiv ausfallen, aber gleichwohl den Zuständigkeitsbereich der eigenen Behörde ausdehnen. Es geht also, auch hier bei der Bildungspolitik - wie bei aller und jeglicher Politik - letztlich nur um eines: um Macht. Und bei diesem Phänomen (Macht) ist auch das tiefste Geheimnis des staatlichen Bildungssystems angesiedelt. Die eingesessenen Machteliten (Parteien, Regierungen, Behörden, Gewerkschaften, öffentliche Ämter und Dienste aller Art) können nämlich ihren Herrschafts-, Zuständigkeits- und Einflußbereich (also Macht, Pfründe, Einkommen und Karrieren) nur dann aufrechterhalten und ständig ausweiten, wenn die Bürgen vom selbständigen Denken, von Eigenverantwortlichkeit und Eigenvorsorge abgehalten und statt dessen in Infantilität und Abhängigkeit gefangen gehalten werden.

 

 

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