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Herrschende Kultur - Das unternehmerische Potential verstehen und fördern


Max Weber war einer der ersten, der Kulturen, in denen unternehmerisches Handeln mit Wohlwollen betrachtet wird, auf ihren Zusammenhang mit dem Wirtschaftswachstum untersucht hat. Indem er eine Beziehung zwischen der Produktivität, Sparen und Verzicht auf Geltungskonsum fordernden Ethik und dem wirtschaftlichen Erfolg erkannte, gelangte er zu eindrucksvollen Ergebnissen hinsichtlich des Einflusses der Kultur auf das unternehmerische Wachstum. Allan Gibb definierte die unternehmensfördernde Kultur als „a set of attributes, values and beliefs operating within a particular community or environment that lead to ‚enterprising' behaviour and aspiration towards self-employment“.i2 Jeder, der einmal – und sei es nur für kurze Zeit – mit den für ihre unternehmerische Initiative bekannten Minderheitskulturen wie den Gujaratis in Indien, den Asiaten in Ostafrika, den Chinesen in Südostasien usw. in Berührung gekommen ist, wird von der Zielgerichtetheit zutiefst beeindruckt sein, mit der diese Menschen nicht nur den Erfolg ihrer Unternehmen, sondern auch den Erfolg im Beruf ihrer Wahl ansteuern. Als Kinder sind ihre Rollenvorbilder zumeist Geschäftsleute. In jungen Jahren gehen sie bei einem Unternehmer in die Lehre, so daß eventuelle Ängste, sich selbständig zu machen, frühzeitig abgebaut werden. Gesellschaftliche Normen verstärken noch die erfolgs- und persönlichkeitsbestimmenden Merkmale, wie harte Arbeit, Durchsetzungsvermögen, Opportunismus usw. Zu den entscheidendsten Faktoren einer unternehmensfreundlichen Kultur dürfte das soziale Beziehungsgeflecht zwischen Zulieferern, Käufern und Investoren gehören, durch das dem Unternehmer die notwendigen Informationen zur „pattern recognition“, Chancenwahrnehmung und Problemlösung geliefert werden – jenen Fähigkeiten, die für einen Erfolg unverzichtbar sind.

Um das Umfeld für den Prozeß der Unternehmensentwicklung fruchtbar zu machen, sind z.B. folgende Fördermaßnahmen geeignet: Auszeichnung von Unternehmungen, Anerkennung unternehmerischer Initiative durch angesehene Meinungsführer, stärkere Betonung von unternehmerischem Verhalten und betriebswirtschaftlicher Lehre im Bildungswesen, Unternehmerausbildung für Jugendliche, Unterstützung von Jugendvereinen bei der Entwicklung unternehmungsorienterter Programme, Förderung Jugendlicher, die anstelle von Ferienjobs im Sommer an Existenzgründungsseminaren teilnehmen, sowie stärkerer Akzent auf Unternehmertum in der Berufsberatung für Jugendliche. Zwar dürfte sich die Wirkung einiger dieser Programme erst langfristig bemerkbar machen, doch denke man an das Tempo, das die Unternehmenskultur Ende der achtziger Jahre in England vorgelegt hat. Durch anhaltende öffentliche Unterstützung und ein freundliches makroökonomisches Umfeld ist es England gelungen, einen grundlegenden Wandel in seiner Unternehmenskultur herbeizuführen.

 

 

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