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Herausforderungen, die eine bessere Zukunft verheißen


Ihre Antworten haben mir und zahllosen anderen japanischen Führungskräften Hoffnung und Mut gegeben. Darf ich diese Gelegenheit ergreifen, um Ihnen meinen tiefsten Respekt vor Ihrer erkenntnisreichen Einsicht auszusprechen?

Obwohl ich dies schon unzählige Male gesagt habe, ist es nur richtig, es noch einmal zu wiederholen: Ihre Erkenntnisse haben uns gelehrt, wie wir mit großem Mut die Herausforderung angehen können, die die zahlreichen Aufgaben mit sich bringen, die heute und in Zukunft auf uns zukommen werden, und Sie haben uns gelehrt, wie wir eine bessere Zukunft gestalten können. Sie haben uns auch gezeigt, daß es unsere Pflicht ist, dies auch in die Realität umzusetzen. Ich glaube, daß diejenigen unter uns, die aktiv im Management der Wirtschaft tätig sind, eine besonders schwere Verantwortung hinsichtlich der freien Marktwirtschaft, der Deregulierung und der Rolle der Regierung tragen.

Wie Ihnen natürlich deutlich bewußt ist, hat die Industriepolitik Japans viele Probleme geschaffen, auch wenn sie höchst erfolgreich war, als es darum ging, die Wirtschaft nach dem Kriege wieder aufzubauen und voranzutreiben. Ein typisches Beispiel sind die Preisunterschiede zwischen dem hiesigen und den Überseemärkten, besonders in der Lebensmittelindustrie. Staatliche Bestimmungen, die den Marktzugang beschränken und das Sinken der Preise verhindern, müssen sofort abgeschafft werden, und Führungskräfte der ganzen Nation müssen sich daranmachen, die Distributionsstruktur so schnell wie möglich zu modernisieren. Andererseits wird die japanische Bevölkerung niemals einen wirklichen materiellen Wohlstand genießen können.

Ländern, die sich der Demokratie, der Liberalisierung und den Prinzipien des freien Marktes öffnen, werden beständig die leichtverständlichen Regeln der WTO (World Trade Organisation) auferlegt, die den internationalen Handel und internationale Investitionen organisieren sollen. In diesem Zusammenhang ist es nicht nur inakzeptabel für ein industrialisiertes Land wie Japan, wirtschaftliche Beschränkungen aufrechtzuerhalten, die marktwirtschaftliche Prinzipien verletzen, nur um damit heimische Industriezweige zu stützen, denen es an internationaler Wettbewerbsfähigkeit mangelt – es ist auch längst nicht mehr durchführbar. Wie Sie schon feststellten, ist es Japans Aufgabe, einen aktiven Beitrag zu einer neuen, auf marktwirtschaftlichen Prinzipien beruhenden globalen Wirtschaftsordnung zu leisten, die Chancen maximiert und Fehler und Gefahren des Scheiterns minimiert. Ich stimme auch darin mit Ihnen überein, daß der Fortschritt der Entwicklungsländer eher durch Aktivitäten des privaten Sektors vorangetrieben werden muß als durch eine offizielle Entwicklungshilfe.

Ich habe wieder und wieder betont, daß ein drastischer »Basis-Null«-Ansatz (nur dort, wo absolut notwendig) überfällig ist, um Verordnungen abzuschaffen und das japanische System zu reformieren. Glücklicherweise teilt die japanische Industrie diese Ansicht. Die weniger glückliche Realität ist, daß die Regierung nichts anderes tut, als den Status quo aufrechtzuerhalten; es hat kaum Fortschritte gegeben, um die Verordnungen durchzuforsten, die die wirtschaftlichen Aktivitäten regulieren, geschweige denn das System wirklich zu reformieren. Ich glaube, daß dies darauf zurückzuführen ist, daß die japanische Regierung noch nicht in der Lage ist, grundlegend zu diskutieren, was sie eigentlich leisten kann. Wenn wir das als momentan gegeben akzeptieren, dann stellt die Stimulierung der wirtschaftlichen Aktivitäten durch deregulierende Maßnahmen, so wichtig diese auch sein mögen, nur ein zweitrangiges Anliegen dar Das wirkliche Ziel einer auf deregulierenden Maßnahmen basierenden Verwaltungsreform sollte es sein, die aus Kriegszeiten stammenden Strukturen und Mentalitäten abzuschaffen und durch diese strukturellen Reformen eine Gesellschaft zu fördern, die auf privater Initiative gründet, statt lediglich die legislativen Veränderungen zu ermöglichen. Dies ist notwendig, wenn wir eine wirklich bürgerliche Gesellschaft schaffen wollen. In diesem Sinne glaube ich, daß es Ziel eines jeden Mitgliedes der japanischen Öffentlichkeit – und nicht nur der Industrie und der Regierung – sein sollte, diese Strukturen der vierziger Jahre loszuwerden.

Es hört sich denkbar einfach an, erfordert aber ungeheure Anstrengungen. Es ist darüber hinaus das einzige Mittel, um unsere Gesellschaft erfolgreich in eine bürgerliche Gesellschaft zu verwandeln. Die Politik sollte sich ohne Zögern dieser Aufgabe zuwenden und beschließen, sie zu lösen.

 

 

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