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Gnadenloser Wettbewerb


Der Markt funktioniert also als Problemlöser. Aber ist diese Problemlösung nicht zu teuer erkauft, nämlich durch die Gnadenlosigkeit des Wettbewerbs auf freien Märkten? Und läuft da nicht eine Art, Sozialdarwinismus` ab, bei dem nur die Stärksten überleben? Ist es deshalb nicht ein Gebot der Menschlichkeit, die erbarmungslosesten Wettbewerbsauswüchse politisch und sozial abzufedern? Von „gnadenlosem“ Wettbewerb reden immer nur diejenigen Leute und Organisationen, die ihre Interessen von konkurrierenden Kräften gefährdet sehen und vom Staat oder Gesetzgeber erwarten, daß er ihnen Sonderrechte gewährt und ihre Privilegien schützt. Generell sind die Schlagworte „gnadenlose] Wettbewerb“, „Überleben nur der Stärksten“ oder „Sozialdarwinismus“ demagogische Verfälschungen. Grundsätzlich sind Märkte friedliche Orte, an denen – ohne Zwang und Gewalt – Waren und Dienste angeboten, nachgefragt und getauscht werden. Handel, Tausch und Vertrag sind das Gegenteil von Streit, Konflikt, Zwang und Gewalt; sie sind Grundlage und Ergebnis von freiwilliger Kooperation, von Kommunikation und Einigung. Der Wettbewerb übernimmt hierbei nicht die Rolle des Kampfes, sondern des zwar anstrengender aber friedlichen Kräftemessens und Erfolgsstrebens – vergleichbar mit dem sportlichen Turnier. Der Wettbewerb ersetze Kampf, Streit, Krieg und Gewalt und macht deshalb freie Gesellschaften überhaupt erst möglich und lebensfähig. Die Feinde des Wettbewerbs haben ein Lieblingswortspiel welches lautet, die Menschen sollten lieber kooperieren stau konkurrieren. Damit wird verschleiert, daß Wettbewerb und Kooperation einander bedingen. Der Markt ist nicht nur eine riesige Konkurrenzveranstaltung, sondern auch eine riesige Kooperationsveranstaltung. Genauer: Märkte sind Orte dei Konkurrenz um Kooperation. So konkurrieren z.B. zahlreiche Autohersteller oder Computerhändler oder Pizzabuden dar um, mit mir kooperieren zu dürfen. Und zugleich wetteifern sie mit ihren Lieferanten, Großhändlern und Mitarbeitern darum mit diesen kooperieren zu dürfen. Wer einen geeigneten Kooperationspartner sucht, befindet sich bereits mitten im Wett bewerb und ist damit selbst einer der vielen, die sich zur Kooperation anbieten; und als Partner bieten sich wiederum vie le an, aus denen der jeweils geeignete herausgefunden werden muß. Genauso absurd ist der Vorwurf, der Wettbewerb sei „atomistisch“, eine Veranstaltung des „atomistischen Individualismus“. Es bleibt hierbei das Rätsel solcher Parolendichter, die atomistischen Individuen in den komplexen arbeitsteiliger Großgesellschaften tagtäglich Milliarden von Problemlösungen und Ergebnissen zustande bringen können, die nur durch hochentwickelte Kooperationsstrukturen erreichbar sind. In einer freien Marktwirtschaft können die Leute ihre Ziele – ob eigennütziger Natur oder nicht – nur dann verwirklichen. wenn sie herausfinden, was andere wünschen, und wenn sie sich Mühe geben, diese’ Wünsche zu erfüllen. Bei beiden Vorgängen, beim Herausfinden der Wünsche und bei den Erfüllungsversuchen, müssen sie mit anderen kooperieren. Die meisten von uns können jeden Tag an unserem jeweiligen Arbeitsplatz (gleich welcher Art) feststellen, daß wir weit mehr Zeit und Energie darauf verwenden, mit Kunden, Anbietern, Kollegen, Mitarbeitern und Partnern aller Art zu kooperieren als spezifisch wettbewerbliche Aktivitäten zu entwickeln, daß aber auch fast alle diese Kooperationen nur deshalb stattfinden und um gutes Gelingen bemüht sind, weil sie letztlich in ein wettbewerbliches Geschehen eingebunden sind.

 

 

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