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Gewinnpotential – Die einzelnen Stufen des Entrepreneurship


Welche Profitrate angemessen ist, hängt vom Geschäftszweig ab. Im Durchschnitt erzielen amerikanische Unternehmen einen Gewinn von 5 % nach Steuern. Also bleiben fünf Cent Gewinn von einem Dollar Umsatz nach Abzug aller Kosten und Steuern. Ein Unternehmen, das dauernd 10 % Gewinn macht, arbeitet schon sehr gut und eines mit 15 % Gewinn außergewöhnlich gut. Ungefähr 50 % der „Fortune 500“ erzielen 5 % Gewinn oder weniger; 13 % erwirtschaften 16 % Gewinn oder mehr. Profitspannen großer und kleiner Unternehmen zahlreicher Branchen werden von Robert-Morris-Associates veröffentlicht. Das ermöglicht Unternehmern, die eigenen Gewinnaussichten mit der Leistungsfähigkeit ähnlicher Unternehmen der gleichen Branche zu vergleichen.

Jedes Unternehmen muß genug Gewinn machen, um den Investor, das ist in den allermeisten Fällen der Unternehmer selbst, für seine Investition zu entschädigen. Nach Abzug aller Kosten, dazu zählt auch ein angemessenes Gehalt für den Unternehmer und die mitarbeitenden Familienmitglieder, muß ein Gewinn übrig bleiben. Häufig wird bei der Berechnung der Rentabilität eines neuen Unternehmens der Fehler gemacht, den Unternehmerlohn des Inhabers nicht zu berücksichtigen. Angenommen, jemand gibt einen sicheren Arbeitsplatz auf, der ihm pro Jahr 50 000 US-$ plus zusätzlicher Leistungen einbringt, und investiert 100 000 US-$ seiner persönlichen Ersparnisse in eine Unternehmensgründung, dann sollte er ein Gehalt von 50 000 US-$ plus Sozialleistungen erwarten dürfen. Vielleicht wird es im ersten oder in den ersten beiden Jahren, wenn das Geschäft aufgebaut

wird nicht möglich sein, 50 000 US-$ aus den laufenden Einnahmen zu bezahlen; dann muß das Gehalt als einbehalten betrachtet und in Zukunft nachgezahlt werden. Zusätzlich zu einem angemessenen Gehalt muß der Unternehmer eine vernünftige Verzinsung seiner 100 000 US-$ Investition erhalten. Ein professioneller Investor, der Geld in ein riskantes, neues Unternehmen steckt, erwartet eine jährliche Verzinsung seines Kapitals von wenigstens 40 %, was bei einer Investition von 100 000 US-$ jährlich 40 000 US-$ bedeutet. Diese Einnahme mag in einem Kapitalgewinn bestehen, wenn das Unternehmen verkauft wird, in einer Dividende oder einer Kombination aus beidem. Und denken Sie daran, daß 100 000 US-$ bei einer jährlichen Wachstumsrate von 40 % auf fast 2,9 Mio. US-$ innerhalb von 10 Jahren anwachsen. Wenn so ein Kapitalwachstum nötig ist, um ein angemessenes Einkommen sicherzustellen, machen hohe Kapitalinvestitionen solange keinen Sinn, wie nicht wirklich hohe Gewinne erzielt werden können. Das geschieht meist nur in sehr vielversprechenden Unternehmen, insbesondere in der Hightech-Branche. In den allermeisten Fällen, wird statt eines Kapitalgewinnes der Ausgleich für den Investor als Dividende aus den laufenden Einkünften gezahlt.

Der Cash-flow eines Unternehmens darf nicht mit dem Gewinn verwechselt werden. Es ist möglich, sogar sehr wahrscheinlich, daß ein schnell wachsendes Unternehmen in seinen ersten Geschäftsjahren negativen Cash-flow hat, selbst wenn es mit Gewinn arbeitet. Das kann passieren, weil das Unternehmen nicht in der Lage ist, genügend Zahlungseingänge zu erzielen, um seinen ständig wachsenden Kapitalbedarf zu decken und seine langfristigen Kapitalinvestitionen wie Ausrüstung und Anlagen sicherzustellen. So wird es einen Kredit aufnehmen müssen oder eine neue Kapitalbeteiligung. Daher ist es für ein Unternehmen mit erfolgversprechenden Geschäftsaussichten sehr wichtig, den erwarteten Geldzufluß sorgfältig zu schätzen, um zusätzlichen Kapitalbedarf vorherzusehen. Zukünftige Investitionen, auf der Grundlage von Eigenkapitalbeteiligungen, werdcn die Eigentumsanteile der Unternehmensgründer vermindern, so daß, falls die Investitionen sehr hoch sind, für die Unternehmer sehr wenig vom Gewinn übrigbleiben kann.

Biotechnologie-Unternehmen sind dafür das beste Beispiel; sie scheinen einen unstillbaren Kapitalbedarf zu haben, um ihre Forschungs- und Entwicklungskosten in den ersten Jahren abzudecken. Ihr negativer Cash-flow, oder auch „burn rate“, beträgt manchmal bis zu einer Million Dollar pro Monat. Ein Biotechnologie-Unternehmen kann mit Leichtigkeit eine Investition von 50 Millionen Dollar verschlingen, bevor es einen nennenswerten Gewinn abwirft oder auch nur positive Zahlungseingänge zeitigt. Der in der Zukunft vom Gang an die Börse oder dem Verkauf an ein großes Pharmazie-Unternehmens erwartete Kapitalgewinn betrug einige hundert Millionen Dollar, vielleicht auch in der Größenordnung von Milliarden Dollar für die Investoren, um einen jährlichen Kapitalertrag von 50 % oder mehr zu erzielen, der von einer Investition in ein neugegründetes Biotechnologie-Unternehmen erwartet werden darf. Es ist daher nicht erstaunlich, wenn

Biotechnologie-Unternehmer in der Regel aus Finanzierungsgründen ihre Eigentümerschaft am Unternehmen weitgehend aufgeben müssen. Eine neuere Studie über Kapitalbeteiligung in Biotechnologie-Unternehmen besagt, daß nach dem Gang an die Börse für Unternehmer und Management weniger als 18 % Eigenkapital übrig bleiben, verglichen mit 32 % Kapitaleigentum der Unternehmer der Software-Branche.

Wie bereits erwähnt hat die Mehrheit der Unternehmen niemals die Möglichkeit, an die Börse zu gehen, oder die Absicht, das Geschäft zu verkaufen und dabei einen Kapitalgewinn zu erzielen. Wie können die Eigentümer in einem solchen Fall einen angemessenen Gewinn aus ihrer Investition ziehen? Es gibt zwei Bedingungen, die den Gewinn aus einer Investition bestimmen: das ist erstens die Höhe der Investition und zweitens die Summe, die jährlich mit dieser Investition verdient wird. Daraus folgt, daß ein Unternehmer zu Anfang so wenig wie möglich investieren und sicherstellen sollte, daß das Unternehmen in der Lage ist, eine Dividende zu erzielen, die hoch genug ist, um ein angemessenes jährliches Einkommen zu garantieren. Aus Einkommensteuergründen kann diese Dividende in Form eines Gehaltsbonus oder einer zusätzlichen Leistung gezahlt werden, statt als aktuelle Dividende aus dem Jahresgewinn. Natürlich muß das Unternehmen genügend Einnahmen aus der eigenen Geschäftstätigkeit erwirtschaften, bevor diese Art der Dividende gezahlt werden kann. Unternehmerglück bedeutet: positiver Cash-flow. Der Tag, an dem das Unternehmen einen positiven Cash-flow erzielt, ist ein Glückstag im Leben des erfolgreichen Unternehmers.

 

 

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