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Geschichte der Entrepreneurship


Viele, die sich in der Geschäftswelt auskennen, haben sich gefragt, warum die meisten COBA-Leitungen es so wenig unterstützt haben, Entrepreneurship als eine akademische Disziplin einzuführen, d.h. sich weigern, es auf einer Ebene mit Finanzierung, Marketing und Unternehmensführung zu behandeln. Im Licht der derzeitigen wirtschaftlichen Anforderungen sollte das Studium von Entrepreneurship genauso ernst genommen werden wie diese anderen Disziplinen!

Aber das COBA-Curriculum hat mit dem sich wandelnden Ausbildungsbedarf, der die Zusammensetzung der US-Wirtschaft aus kleinen und großen Unternehmen widerspiegelt, nicht Schritt gehalten. Einer der Hauptgründe liegt darin, daß historisch gesehen Entrepreneurship-Studien und die Entwicklung von Curricula unter Aufsicht der Management Departements der COBA stattfand. Nur zu oft hatten die Direktoren der Lehrstühle ihre akademische Laufbahn in den Bereichen Verhalten in Organisationen, Unternehmensrechnung oder Management begonnen, nicht in Entrepreneurship.

Die ein oder höchstens zwei Mitglieder ihrer Fakultät, die sich mit Entrepreneurship befassen, stießen und stoßen bei den Vorsitzenden der Management-Abteilungen und ihnen gleichgesinnten Dozenten noch immer auf große Abneigung, Entrepreneurship als akademische Disziplin zu akzeptieren. Sie können oder wollen die Tatsache nicht akzeptieren, daß sich die Zusammensetzung der Wirtschaft in den USA kontinuierlich zu einer größeren Dominanz von Kleinbetrieben bewegt. Tatsächlich bieten weltweit nur 369 Institutionen so etwas Ähnliches wie Entrepreneurship in ihrem Lehrplan an (Gartner 1994).

Ein Rückblick auf die Entwicklung von Entrepreneurship zeigt dessen pragmatischen Ursprünge auf und liefert einige Hinweise darauf, warum es von Akademikern eher als Fach für Handelsschulen betrachtet wurde. Darum ist es nicht wirklich überraschend, daß die Konzepte und Vorgehensweisen, aus denen sich Entrepreneurship zusammensetzt, noch nicht als konstituierend für eine akademische Disziplin anerkannt sind. Bygrave bestätigt das, indem er bemerkt, daß Entrepreneurship einen der jüngsten Schwerpunkte in der Management-Wissenschaft darstellt (1989). Der Ursprung des „Entrepreneurship“ wurde von Hisrich (1986) in seinem historischen Überblick über den Begriff „entrepreneur“ dargelegt. Seinen Angaben zufolge wurde er von den Franzosen im Mittelalter geprägt und bezeichnete den „Zwischenhändler“ oder „Vermittler“. In dieser Zeit wurde ein Entrepreneur mit einer Person gleichgesetzt, die für ein Produktionsprojekt größeren Maßstabes verantwortlich war.

Später, im 17. Jahrhundert, wurden damit im ökonomischen Sinne Personen bezeichnet, die das Risiko von Gewinn oder Verlust bei Verträgen mit der Regierung trugen. Andere maßgebende Definitionen und ihre Urheber, die zu den gegenwärtigen Konzepten von Entrepreneurship beigetragen haben, werden von Hisrich genannt (S. 96).

Einige davon sind:

– Richard Cantillons Beobachtung, daß jemand, der Risiken eingeht, sich von demjenigen unterscheidet, der Kapital zur Verfügung stellt (1725);

– Jean Baptiste Says Ansatz, daß die Gewinne des Unternehmers von den Kapitalgewinnen getrennt zu betrachten sind (1803);

– Joseph Schumpeters Grunddefinition, daß ein Entrepreneur ein Innovator ist, der bislang unerprobte Technologien entwickelt (1934);

– Peter Druckers fruchtbare Definition, daß ein Entrepreneur jemand ist, der das Beste aus gegebenen Möglichkeiten macht (1964).

Mittlerweile gilt weltweit, daß erfolgreiche neue Wirtschaftsunternehmen einen ungeheuren Schub für die Volkswirtschaft bedeuten. Leider sperrt sich der Begriff „Entrepreneurship“ noch immer einer allgemein anerkannten Definition, aber durch die aktuelle Forschung treten doch gewisse „Wahrheiten“ zutage.

 

 

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