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Fehler als Lernprozess betrachten


Beim Aufbau einer handlungsorientierten Firmenkultur ist der entscheidende Punkt, was geschieht, wenn Fehler begangen werden. Jede Handlung, und sei sie noch so sorgfältig geplant, birgt das Risiko eines Fehlschlags. Wie reagiert das Unternehmen in diesem Fall? Ist, wie bei PSS/World Medical, für eine »weiche Landung« gesorgt, oder werden Fehler und Irrtümer als unverzeihliches Vergehen betrachtet, sodass sich die Mitarbeiter aus Angst vor dem eigenen Versagen lieber nur mit dem Verfassen von Analysen und dem Abhalten von Besprechungen beschäftigen? Warren Bennis und Burt Nanus definierten das Lernen einmal als Verlängerung des Versuchens, sie vertreten die Überzeugung, dass »jeder Lernprozess auch „Fehler“ beinhaltet, die wiederum zu einem neuen Lernprozess führen«.“ Sie formulierten eine Regel, nach der sich ihrer Meinung nach alle Unternehmen richten sollten:»Ein Fehler, der nicht zu verhindern gewesen war, sollte niemals bestraft werden.« Mit der nachfolgenden Geschichte über Thomas Watson sen., den Gründer und jahrelangen Vorstand von IBM, illustrieren sie ihre Aussage: »Ein vielversprechender junger Manager von IBM sollte einmal eine riskante Spekulation für das Unternehmen tätigen. Gesagt, getan, doch der junge Mann verlor dabei 10 Millionen Dollar. Es war eine einzige Katastrophe. Als Watson den übernervösen Angestellten in sein Büro bestellte, platzte dieser heraus: „Ich denke, ich sollte besser kündigen, oder? Watson erwiderte darauf: Das kann doch wohl nicht Ihr Ernst sein! Wir haben gerade 10 Millionen Dollar in Ihre Ausbildung investiert! «Auch bei AES wird entsprechend der Firmenkultur und den damit verbundenen Wertvorstellungen viel Verständnis für Fehler gezeigt. Roger Sant, einer der Firmengründer und jetziger Firmenchef, sagte einmal: »Sie wären überrascht, wenn Sie wüssten, wie schnell sich unsere Mitarbeiter ihre Fehler gegenseitig verzeihen und einander unterstützen.« Dennis Bakke, ebenfalls Firmengründer und derzeitiger Geschäftsführer, ergänzt: »Die meisten Fehler sind völlig normal. Wir sind eben auch nur Menschen. Es gehört zu unserer Firmenkultur, Fehler zu akzeptieren, solange der Verursacher zu seinem Fehler steht. «

 

 

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