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Erschütternde Unkenntnis


Ein anderes Beispiel: Einer der am weitesten verbreiteten Irrtümer ist die Meinung, ein Geschäftspartner könne nur dann einen Gewinn aus einem Geschäft ziehen, wenn der andere (Partner einen entsprechenden Verlust erleidet. Der Gewinn des einen, so die gängige Parole, ist der Verlust des anderen. Ein Geschäft kommt jedoch nur dann zustande, wenn beide Partner einen Gewinn erzielen – oder zumindest einen Gewinn erwarten. Ökonomische Tauschvorgänge (Kauf und Verkauf, sind kein Nullsummenspiel, bei welchem der eine gewinnt, was der andere verliert, sondern ein Spiel positiver Summen, bei denen beide Seiten gewinnen. Niemand läßt sich auf ein Geschäft ein, wenn er davon keinen Gewinn für sich erwartet, wenn er also nicht davon überzeugt ist, nachher besser dazustehen ah vorher. Sogar solche einfachen Erkenntnisse müssen den meisten Leuten erst beigebracht werden. Bei Politikern führt ökonomische Unkenntnis nicht nur dazu, daß sie die Dinge nicht richtig beurteilen, sondern auch dazu, daß sie Dinge tun, welche zu Ergebnissen führen, die ihren ursprünglichen Absichten diametral entgegenstehen oder zuwiderlaufen. Ihre Wähler wiederum werden durch ökonomische Unkenntnis dazu verführt, den Politikern auf diesen falschen Wegen zu folgen, ja sie sogar dabei noch zu unterstützen.

Viele Ökonomen können sich das Ausmaß der diesbezüglichen Unkenntnis (oder Kenntnis-Unwilligkeit) bei der politischen Kaste und beim Wählerpublikum erst dann vorstellen, wenn sie unmittelbar mit der Politik in Berührung kommen. So bspw. Professor Horst Siebert, Mitglied des Sachverständigenrates, der im Vorwahlkampf-Getümmel des Jahres 1997 einmal geschrieben hat: „Erschüttert bin ich über den in der Öffentlichkeit, auch in der politischen Öffentlichkeit zutage tretenden ökonomischen Sachverstand [sprich: Unverstand]. In dieser Gesellschaft können nur noch einfachste Bilder transportiert werden. Komplexe Zusammenhänge werden nicht vermittelt. Es geht nur um die Effekte der ersten Runde in einer langen Auswirkungskette, es geht nur um Primäreffekte, um eine Wirtschaftspolitik auf den ersten Blick, um einen Primavista-Ansatz, um eine Knopfdruckökonomik.“ (Siebert 1997) Muß der sogenannte ,interessierte Laie’ also verzweifeln: Steht derjenige, der weder die Zeit noch die Lust hat, neben seiner beruflichen und privaten Tätigkeit auch noch ein „Experte“ der Politischen Ökonomie zu werden – aber gleichwohl an den besagten notwendigen Grundkenntnissen interessiert wäre, auf verlorenem Posten? Nein! Keineswegs. Das folgende( Kapitel („Die gängigen Lügen über Markt und Freiheit“), das nur wenige Lesestunden erfordert, dürfte für diesen Zweck hinreichend sein.

 

 

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