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Ein mangelndes Gespür für Eigenverantwortlichkeit


Selbst wenn Unternehmen und Gesellschaft einen Schritt in diese Richtung machen sollten, wird sich, ungeachtet der Zeit, die wir warten sollten, nichts verändern. Ich selbst habe Schritte in Richtung einer kreativen Umorientierung unternommen, doch die Fortschritte sind nur langsam zu beobachten. Aber auch wenn es nur kleine Neuerungen sind, immer wieder taucht die Frage auf: Wie verhalte ich mich denjenigen gegenüber, die bereits als Teil des derzeitigen Systems etabliert sind?

Es ist tatsächlich so, wie Sie erwähnten: Je erfolgreicher ein Mensch ist, desto schwieriger ist es, Reformen durchzusetzen. Jeder von uns muß sich mit Nachdruck fragen, über welche Qualitäten ein wirklich gebildeter Mensch verfügen sollte.

Wir müssen mehr Möglichkeiten für ein Lernen ohne Zeitbegrenzung schaffen (»kontinuierliches Lernen«, wie Sie es nennen). Es scheint überdies so, daß der Durchschnittsjapaner, selbst wenn Unternehmen solche Versuche starten, ein mangelndes Gefühl für seine Eigenverantwortlichkeit hat und nicht bereit ist, eine solche Verantwortung für die eigene Ausbildung zu übernehmen. Es ist notwendig, eigene Wege zur Bewältigung von Problemen zu finden, und nicht ausreichend, darauf zu warten, daß die Gesellschaft sie löst.

Auf meine Frage, was einen wirklich gebildeten Menschen ausmache, erwidern Sie, daß die Antwort so schwer falle, daß es weiterer einhundert Jahre bedürfe, um sie zu beantworten. In Ihrem Buch »The Postcapitalistic Society« (dt. »Die nachkapitalistische Gesellschaft«) haben Sie geäußert, daß »ein wirklich gebildeter Mensch in der Lage sein muß, sein Wissen in der Gegenwart umzusetzen, und nicht versuchen sollte, die Zukunft zu formen«. Ich möchte diese Bemerkung an dieser Stelle so interpretieren, daß ein »gebildeter« Mensch in der Lage ist, Innovationen einzubringen, die aktuelle Veränderungen beeinflussen und zu Veränderungen in der Gesellschaft führen. Eine Spitzenkraft in einem Unternehmen, die in der Lage ist, durch eigenen Einsatz Innovationen durchzusetzen, ist, nach meinem Verständnis Ihrer Äußerung, ein gutes Beispiel für einen Menschen, der unserem Bildungsideal entspricht.

Sollte meine Interpretation richtig sein, läßt Ihre Äußerung darauf schließen, daß Führungskräfte überall (nicht nur in Japan) mit einer entscheidenden Aufgabe betraut worden sind. Ihr Brief weist darauf hin, daß es die große Herausforderung für wirklich »gebildete« Menschen ist, sich ihrer Fähigkeiten bewußt zu werden, ihres professionellen Wissens und der intellektuellen Werkzeuge, und diese dann für ihre Arbeit und zur Bildung ihres eigenen Charakters zu nutzen. Nur so können sie in der Lage sein, einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Menschheit zu leisten.

 

 

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