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Ein Unternehmen im Chaosmanagement, das nur aus Unternehmern besteht.


In kleinen eigenverantwortlichen Einheiten kann die Aufteilung der Belegschaft nach Chefs und Befehlsempfängern nicht beibehalten werden. Vielmehr muss jeder Mitarbeiter seiner fachspezifischen wie auch der gesamtunternehmerischen Verantwortung gerecht werden. Letztlich wird aus dem Unternehmen eine Kooperative von Unternehmern. Eine Teilung der Aufgaben, vielfach noch mit entsprechender Arbeitsplatzbeschreibung, ist bei dieser Zielsetzung nicht mehr möglich. Auch unliebsame Arbeiten können mit dem Verweis »ich bin nicht zuständig« nicht mehr umgangen werden. Diese Strukturen und Mentalitäten sind aber in der Mehrzahl der bestehenden Betriebe noch vorherrschend. Es müssen also in der Organisation, dies wird im Folgenden näher behandelt, wie auch in der Einstellung der Mitarbeiter, entscheidende Veränderungen erreicht werden.

Als Erstes ergibt sich die nicht einfache Frage nach der organisatorischen Gestaltung dieser Einheit von Unternehmern, so dass jeder Mitarbeiter als Unternehmer auch tatsächlich in der Gesamtverantwortung steht. Die Einheit muss völlig selbständig agieren können. Im Einzelnen heißt dies Akquisition der Aufträge einschließlich der damit verbundenen Kundenwünsche, Schaffung eines Netzwerkes innerhalb und außerhalb der Einheit zur Ausführung des Auftrags, Kontrolle der Ausführung auf Qualität, Zeitvorgaben etc. sowie Budgetierung.

Für die Qualifikation eines Mitarbeiters bedeutet dies nicht wenig. Er muss über Talent und Erfahrung eines Verkäufers, Arbeitsvorbereiters und Branchenexperten verfügen, und darüber hinaus die notwendigen technischen Qualifikationen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse aufweisen. Wenn diese nicht einfache Aufgabe bewältigt werden soll, darf das Stammhaus nicht die Aktivitäten durch Einschränkungen der Entscheidungsbefugnisse oder bürokratische Petitessen behindern. Vielmehr muss das Stammhaus alles daran setzen, dass die Einheiten über alle jene genannten Fähigkeiten verfügen, die zur Realisierung der Projekte benötigt werden. Hierzu wird der von hoshana Zuboff eingeführte Begriff des »Informatierens« verwendet, um die Mitarbeiter mit allen für die Akquisition und Abwicklung eines Auftrags notwendigen Informationen zu versorgen.

Dazu sind zwei über Generationen geprägte Verhaltensmuster zu überwinden. Zum einen hat sich nicht nur bei den ökonomischen Funktionseliten ein starkes Kontrollbedürfnis ausgeprägt, das aus dem Argwohn gegenüber nicht beaufsichtigten Menschen gespeist wird. Zum anderen hat sich nach Peters eine problematische Strategie des halben Vertrauens oder des »Halbdelegierens« eingebürgert. Auf diese Weise wird aber keine Organisation von Geschäftsleuten geschaffen, Ja keine Identifizierung möglich ist. Vielmehr muss die Kontrolle, und sei sie auch nur partiell, ersetzt werden durch Klarheit und Offenheit, Zuverlässigkeit, Fairness, Respekt und Motivation. Die Eigenverantwortung bewirkt nicht nur ein intensiveres Anbieter-Kunden-Verhältnis, sie befördert auch erheblich die Wertschätzung der eigenen Arbeit. Mitarbeiter, die derzeit eher den sozialen Randgruppen zugerechnet werden, da sie als Subalterne nur Befehle ausführen, werden durch diese Art der Organisation zu Unternehmern, zuständig für Problemlösungen und Schaffung von Lebensqualität.

 

 

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