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Die vier Phasen des Turnarounds


Hat ein Unternehmen seine kritische Situation rechtzeitig erkannt und ist es bereit gegenzusteuern, so entwickelt sich der Turnaround in vier Phasen: Die Crash-Phase: Hier geht es primär darum, die Liquidität zu sichern. Sämtliche Barreserven des Unternehmens müssen mobilisiert werden. Die Kernfunktionen und die wesentlichen Geschäftsbeziehungen sind unbedingt aufrechtzuerhalten: »Nach innen und außen, bei Mitarbeitern, Gesellschaftern und Lieferanten gilt es, Troubleshooting zu betreiben.« Dabei ist es notwendig, sehr klar Prioritäten zu setzen, die internen und externen Verantwortlichen festzulegen, gegebenenfalls externe Hilfe hinzuzuziehen und das Krisenmanagement mit den notwendigen Befugnissen auszustatten. Parallel zu den liquiditätssichernden Aktivitäten muss das Management schnelle und konkrete Restrukturierungsmaßnahmen ergreifen, um die offenkundigen Mängel der Organisation zu beseitigen. Eine wesentliche Aufgabe des TurnaroundTeams in dieser ersten Phase ist es, die Interessen und Aktivitäten aller beteiligten Anspruchsgruppen zu koordinieren, Transparenz herzustellen und bei allen Beteiligten Vertrauen in die Durchführung und Durchführbarkeit des Richtungswechsels zu schaffen.

Die Einleitung des Turnarounds: Die zweite Phase ist dadurch gekennzeichnet, dass hier die Ausgangssituation in allen relevanten Unternehmensbereichen durchgehend erfasst und analysiert, ein realisierbares Restrukturierungskonzept erarbeitet und mit den notwendigen Arbeiten für den Turnaround begonnen wird.

Die Realisierung der Konzepte: Diese Phase umfasst die konkrete Umsetzung der Turnaround-Konzepte durch die organisatorische und strategische Restrukturierung des Unternehmens. Gemeinsam mit allen Mitarbeitern und Verantwortlichen werden das Sortiment der Produkte oder Dienstleistungen konzentriert und gezielt auf die Märkte und Kundengruppen ausgerichtet. Daran orientiert werden die Aktivitäten und Prozesse im Unternehmen straff aufeinander abgestimmt. Schließlich wird die Organisation funktional umgestaltet. Bei zügigem und effizientem Management bringt diese Phase die schnellsten Ergebnisverbesserungen.

Die Konsolidierung des Unternehmens: Hier werden die Strukturveränderungen fest verankert. Doch diese Phase vier birgt eine Gefahr: In ihrer Zufriedenheit mit dem durchgeführten Richtungswechsel und den erreichten Strukturveränderungen übersehen viele Unternehmer, dass sie hier nicht aufhören dürfen, sondern die vorwärts gerichtete, strategisch orientierte Dynamik des Turnarounds konsequent weitertreiben müssen. Andernfalls erschlaffen alle Bemühungen mit der Folge, dass sich die Prozesse wieder umkehren. Peter Faulhaber und Norbert Landwehr: »Man ruht sich auf den Lorbeeren der harten Arbeit aus, die Lerneffekte verschleißen sich und machen alten Gewohnheiten Platz – bis zur nächsten Krise und zum nächsten Turnaround.«

 

 

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