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Die neue Gemeinschaft


In den Vereinigten Staaten übernimmt diese Funktion in zunehmendem Maße die freiwillige Arbeit in einer Organisation des sozialen Sektors. Im Gegensatz zu den traditionellen Gemeinschaften bietet die Organisation des sozialen Sektors eine Gemeinschaft auf freiwilliger Basis an — man kann ihr beitreten, und man kann sie wieder verlassen. Aber sie stellen zunehmend eine wirkliche Gemeinschaft dar.

Ein Beispiel — in vielerlei Hinsicht das beste, das ich mir vorstellen kann — sind die immer schneller wachsenden christlichen Pastoralkirchen in den Vereinigten Staaten. Ein häufiges Problem in den entwickelten Gesellschaften ist die Kluft zwischen hochgebildeten jungen Menschen, die eine Universität besucht haben und heute verantwortliche Positionen besetzen, in denen sie wissensbasierte Arbeit leisten, und ihren Eltern, die üblicherweise in der Landwirtschaft oder in der Industrie tätig waren. Sie lieben einander. Aber sie teilen weder Erfahrungen noch Probleme, noch Interessen. Und an dieser Stelle bietet ihnen die Kirche eine neue Gemeinschaft, die sie einander wieder näherbringt, nicht nur in gemeinsamen Gottesdiensten, sondern in der gemeinsamen freiwilligen Arbeit — entweder in der kirchlichen Arbeit selbst (beispielsweise der Leitung einer Jugendgruppe oder des Kirchenchores) oder durch die Arbeit für die Gemeinschaft (zum Beispiel mit Alkoholikern oder anderen Drogenabhängigen).

Und dann gibt es das wachsende Bedürfnis in der modernen Gesellschaft, eine effektive Sphäre der »Bürgerlichkeit« zu schaffen, in der das Individuum Entscheidungen in der und für die Gemeinschaft treffen kann. (Bürgerlichkeit ist keineswegs, wie ich betonen möchte, ein gesetzlicher Begriff. Ursprünglich hatte er die Bedeutung, »Bürger einer Stadt«, das heißt ein verantwortungsbewußtes und aktives Mitglied einer Gemeinschaft zu sein. Das ist in dem komplexen Staat, der eine Nation umfaßt, so nicht mehr möglich, selbst wenn er so klein ist wie beispielsweise die Schweiz. Bürger oder Bürgerin in diesem politischen Gebilde Staat zu sein, umfaßt zunehmend nur noch zweierlei: zum einen, dann und wann einmal zu wählen, und zum anderen, regelmäßig Steuern zu zahlen. Das aber reicht nicht aus, um eine Demokratie aufrechtzuerhalten. Und das erklärt auch die zunehmende Entfremdung des Individuums von der politischen Gesellschaft.)

 

 

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