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Die freien Marktwirtschaften als die einzigen Akteure auf der Weltbühne


Nur wenige Menschen scheinen zu realisieren, daß es der Kommunismus und seine Planwirtschaft waren, die zusammengebrochen sind — und nicht die Demokratie und der freie Markt. Der Kommunismus und die Planwirtschaft gingen zugrunde, weil sie in vollem Umfang gescheitert sind: in politischer, sozialer, in wirtschaftlicher, moralischer und in spiritueller Hinsicht. Sie brachen von sich aus zusammen. Aber dies bedeutet nicht, daß die Demokratien und die freie Marktwirtschaft »gewonnen« haben. Es ist richtiger zu sagen, daß sie »überlebt« haben.

Das heißt, daß es im Moment keine andere Möglichkeit gibt, als sowohl die »freie Marktwirtschaft« als auch die »freie Politik« so zu gestalten, daß sie wirklich funktionieren. Die Chance, dies zu tun, ist durch das völlige Verschwinden dessen, was von einem großen Teil der Menschheit noch vor wenigen Jahren als ernstzunehmende Alternative betrachtet wurde, erst möglich geworden.

Aber diese Möglichkeit ist vor allem eine Herausforderung. Wir werden — und dies zu Recht — in Zukunft viel mehr von der freien Politik und Marktwirtschaft verlangen, allein weil sie heute die einzigen verbliebenen Akteure auf der Weltbühne sind.

Es gibt eine laute, wenn auch recht kleine Gruppe von Menschen — diejenigen, die aufrichtig an die freie Marktwirtschaft glauben, wie beispielsweise die Wirtschaftswissenschaftler der sogenannten »österreichischen Schule« —, die der Ansicht sind, daß der freie Markt aus sich heraus eine funktionierende Wirtschaft, eine funktionierende Gesellschaft und eine funktionierende Verwaltung ermöglicht. Aber der Beweis für diesen Glauben ist nicht überzeugend. Im Gegenteil, was heute in der früheren Sowjetunion und in einigen ihrer osteuropäischen Satellitenstaaten wie Rumänien und Bulgarien geschieht — ebenso aber auch in der Volksrepublik China —, zeigt deutlich, daß es nicht ausreicht, nur über eine freie Marktwirtschaft zu verfügen. Es müssen auch entsprechend funktionierende soziale und politische Rahmenbedingungen existieren. Es muß eine bürgerliche Gesellschaft vorhanden sein. Es muß eine Rechtsstruktur geben. Es muß, vor allem, klare und gesetzlich garantierte Eigentumsrechte geben. Es muß eine funktionierende und respektierte Regierung existieren. Von sich aus garantiert eine freie Marktwirtschaft weder eine freie noch eine funktionierende Gesellschaft und Wirtschaft. Ihre Abwesenheit zerstört, wie wir heute wissen, am Ende beide. Ihr Vorhandensein ist eine notwendige, nicht jedoch eine hinreichende Voraussetzung für eine funktionierende Gesellschaft und Wirtschaft.

 

 

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