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Die drei neuen Kräfte: Digitalisierung, Globalisierung, Deregulierung


Einen Wettbewerbsvorteil zu erreichen war auch in der Vergangenheit schwierig. Aber jetzt, so Larry Downes und Chunka Mui, ist es noch schwieriger: Zu den fünf »traditionellen« Kräften des Wettbewerbs – Kunden, Zulieferer, Konkurrenten, neue Wettbewerber, Ersatzprodukte – sind drei neue Kräfte hinzugekommen: Digitalisierung, Globalisierung und Deregulierung. Digitalisierung: Rechnerleistung und Kommunikationsbandbreite werden so billig, dass man ihre Kosten weitgehend vernachlässigen kann. Die Folge: Mit den sinkenden Kosten sehen sich die Unternehmen durch die Konkurrenz und den Markt gezwungen, informationsintensive Aktivitäten nicht nur in Computersysteme zu verlegen, sondern immer mehr auch in öffentliche Netzwerke, offene Datenbanken und kooperative Umfelder. Dieser Prozess ist dadurch gekennzeichnet, dass sich Branchenspielregeln und herkömmliche Geschäftsprozesse nach kurzer Zeit wieder auflösen und zu einer kurzen, chaotischen Phase führen, ehe neue, aber weniger stabile Beziehungen entstehen. Globalisierung: Die Welt ist ein sehr großes Netzwerk. Von diesem Netzwerk geht eine unwiderstehliche Sogwirkung aus. Verbesserungen in der Kommunikation und im Transport haben viele Branchen, die lange Zeit nur von lokaler Bedeutung waren, über Nacht ins globale Geschäft geführt. Die Auswirkungen der Globalisierung werden an jedem Punkt des Lebenszyklus eines Produkts von der Fertigung bis zum Vertrieb spürbar. Zunehmend wird die Komponentenakquisition und -montage einem globalen Netzwerk von Partnern und Zulieferbetrieben anvertraut. Hersteller nutzen hei eiligen Prozessen die Erdumdrehung und schieben die Arbeiten zwischen den Kontinenten hin und her, um 24 Stunden am Tag tätig sein zu können. Auch die Kunden sind mittlerweile an einen Handel ohne Grenzen gewöhnt. Wenn sie die Möglichkeit dazu haben, verlegen sie ihre Einkäufe auf eine internationale Ebene. Dies gilt vor allem für Produkte wie Elektronik, Software und Autos. Deregulierung: Jede Branche unterliegt in gewisser Weise einer Regulierung. Dies beginnt bereits bei dem Versuch, den Einfluss der Verbraucher auf Märkte wiederherzustellen, in denen beispielsweise aufgrund monopolartiger Verhältnisse die »unsichtbare Hand« nicht mehr die Preise nach Angebot und Nachfrage regeln kann. Verordnungen von Regulierungsbehörden werden aber häufig von den regulierten Branchen selber vereinnahmt. Damit werden sie zum Werkzeug für eine Eindämmung der Konkurrenz und für eine Ausgrenzung neuer Wettbewerber und bewirken genau das Gegenteil ihres eigentlichen Ziels: »Der Trend zur Deregulierung hat seine Wurzeln in der bei Käufern und Verkäufern weit verbreiteten Auffassung, dass das Heilmittel mittlerweile schlimmer ist als die Krankheit.« In der Wirtschaft setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass der freie Markt dank sinkender Transaktionskosten eine Branche besser regulieren kann als der Staat. Die Deregulierung folgt der Einsicht, dass ein von Verordnungen unbelasteter Anbieter mit einem Ersatzprodukt auf den Markt drängt, mit dem die regulierten Wettbewerber kaum oder überhaupt nicht konkurrieren können. Regulierte Märkte sind wie Unternehmen Lösungen, die unter Umgehung des freien Marktes auf die Senkung der Transaktionskosten zielen. Wie Unternehmen vermeiden auch regulierte Branchen nicht alle Kosten, versuchen aber, die Marktkosten durch günstigere Alternativen zu ersetzen. Wenn diese nicht mehr günstiger sind, wächst der Deregulierungsdruck. Larry Downes und Chunka Mui führen als Beispiel die Telefonbranche an: Die regulierten Preise förderten den Aufstieg von Unternehmen, die Technologien wie gemietete Datenleitungen, Satelliten und automatisierte Rückrufsysteme nutzen mit dem Ziel, lokale Monopole auszuschalten. Der Erfolg dieser Unternehmen ermutigte die nationalen Telekommunikationsgesellschaften, Anfang 1997 einen Vertrag über die Öffnung der Märkte und die Senkung von Gebühren zwischen den Gesellschaften zu unterzeichnen. Die Deregulierung wird den Wettbewerb und die Entwicklung der Technologie noch weiter anheizen und dem Verbraucher enorme Preisersparnisse bescheren.

 

 

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