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Die Ziele der heimlichen Gewinner der Marktführerschaft


Marktführerschaft wird gewöhnlich per Marktanteil definiert – als Marktführer wird der verstanden, der den größten Marktanteil aufweist. Hermann Simon erweitert diese Sichtweise. Er versteht Marktführerschaft nicht kurz-, sondern langfristig. Ein Viertel der von ihm untersuchten Unternehmen hält die führende Position seit 25 Jahren. Er vertritt die Meinung: »Marktführerschaft in der Vergangenheit ist die Grundlage für gegenwärtige und zukünftige Stärke.« Die meisten Hidden Champions haben es nicht nur geschafft, ihren hohen Marktanteil zu erlangen, sondern auch, ihre führende Position über Jahre hinweg zu verteidigen. Hermann Simon sieht hinter dem direkt ausgewiesenen Marktanteil eine tiefere, psychologische Führerschaft. Diese gründet sich zum einen auf überlegene Kompetenz, zum anderen auf den Willen die Trends in einem Markt aktiv zu gestalten anstatt sie passiv zu akzeptieren. Diese psychologische Marktführerschaft sieht er als geistige Grundlage für die Marktführerschaft »in Zahlen«.

Marktführer wird man – so einfach es klingt – vor allem dadurch, dass man es will – dass man ehrgeizige Ziele setzt, dass man den Willen hat, die Nummer eins zu werden. Die angestrebte Marktposition lässt sich nur erreichen mit einem klaren Ziel, einer langfristigen Vision, einer starken Entschlossenheit und dem Willen, dieses Ziel über Jahre und Jahrzehnte hinweg zu verfolgen. Hermann Simon führt auch hierfür Beispiele an: »Unser Ziel ist die Marktführerschaft auf unserem genau definierten Markt in Europa und Asien.« (Winterhalter Gastronom, Weltmarktführer in Geschirrspülautomaten für Hotels und Gaststätten); »Spitzenposition: Wir wollen vorn bleiben! Wir haben stets Spitzenplätze angestrebt und besetzt.« (Drägerwerk, weltführend auf dem Gebiet der Anästhesie und des Atemschutzes); »Wir waren nie auf schnelle Erfolge aus, sondern auf langfristige Ergebnisse. Wir wollten immer zu den größten Unternehmen auf unserem Markt gehören, am liebsten wollten wir der Größte sein.« ( Villeroy & Boch, 150 Jahre alt, Weltmarktführer bei Fliesen und einer der drei führenden Hersteller von Keramikgeschirr)

Derart klare Ziele und Visionen spielen eine entscheidende Rolle. Da sie leicht verständlich und herausfordernd sind, begründen sie eine gemeinsame Vision. Sie werden von den Unternehmensführern ausgedacht, verkündet und vorgelebt und alle Unternehmensangehörigen sind auf sie eingeschworen. Eines der wichtigsten Ergebnisse seiner Untersuchung ist laut Hermann Simon die Sichtweise der Zukunft. Die Ziele für die Zukunft sind für die Hidden Champions präsent und ausgeprägt: »Wir widmen der Zukunft einen beachtlichen Teil unserer Zeit.« (Winterhalter Gastronom)

Dies behaupten auch Großunternehmen von sich. Hermann Simon sieht jedoch zwei grundlegende Unterschiede zwischen ihnen und den Hidden Champions. Zum einen sind bei beiden zwar Ziel und Vision klar, doch sind bei den heimlichen Marktführern die Strategien nicht sehr detailliert ausgearbeitet. Bei ihnen dominieren nicht quantitative Analysen, sondern qualitative Vorstellungen, während Großunternehmen ihre Aufmerksamkeit eher Details, korrekten Zahlen und analytischen Grundlagen schenken. Zum anderen besteht bei den heimlichen Marktführern eine Einheit von Planung und Realisierung; der Verantwortliche für die Planung und der Verantwortliche für die Umsetzung ist in der Regel ein und dieselbe Person. Dies hat einen unschätzbaren Vorteil: Wenn sich die Pläne nicht erwartungsgemäß realisieren lassen, wird der Verantwortliche die Strategie anpassen. Diese Methode ist als »sich entwickelnde Strategie« bekannt, »ein Schema, das sich in einer Folge von Entscheidungen herauskristallisiert« Das bedeutet nun nicht, dass die übergeordneten Ziele weniger klar sind als in einer »geplanten Strategie«. Aber: Anpassungen an sich ändernde Marktbedingungen erwiesen sich als einfacher.

 

 

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