Die Rolle der Eigenverantwortung
In der freien Marktwirtschaft gibt es Eigenverantwortung. Das heißt, daß ein Fehler lokal begrenzt auftritt, aber auch, daß er in diesem lokalen Rahmen behoben werden kann. Wenn ein einzelner Geschäftsmann eine unzulängliche Investitionsentscheidung trifft, wird sein kleines Unternehmen nicht wachsen. Aber sonst wird nichts und niemand dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Und in einem jeden Markt ist selbst die größte Firma nur ein kleines Individuum. Der größte Arbeitgeber in einer beliebigen freien Marktwirtschaft zum Beispiel beschäftigt nicht mehr als ein Prozent der arbeitenden Bevölkerung.
In den wichtigsten Ländern, in denen Fahrzeuge hergestellt werden – das sind die Vereinigten Staaten, Japan, Deutschland und Italien –, war die Automobilindustrie bis vor kurzer Zeit der größte Arbeitgeber. Die amerikanische Automobilindustrie machte in den achtziger Jahren schreckliche Fehler. Die Folge war, daß drastisch Arbeitsplätze abgebaut wurden. Die US-amerikanische Wirtschaft als Ganzes spürte die Auswirkungen jedoch kaum. Es gab zwei oder drei Städte, die wirklich litten, weil sie hauptsächlich von den Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie abhängig waren, wie beispielsweise Flint, etwas außerhalb von Detroit. Fünfzig Kilometer von Flint entfernt wurden diese Schwierigkeiten jedoch kaum noch wahrgenommen. Denn in einer freien Marktwirtschaft hat der jeweilige Entscheidungsträger ein hohes Maß an Eigenverantwortung, Fehler nehmen keine katastrophalen Ausmaße an und beheben sich mit der Zeit selbst.
Aber dies bedeutet keineswegs, daß die Marktwirtschaft perfekt ist. Es bedeutet auch nicht, daß der Markt allein ausreicht. Es bedeutet lediglich, daß kein besserer Mechanismus verfügbar vorstellbar ist.
Die größte Stärke des Marktes ist vielleicht noch nicht einmal, daß er Chancen optimiert (auch wenn er dies natürlich tut). Seine größte Stärke ist vielmehr sein Vermögen, Fehler und Bedrohliches zu minimieren.
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