Economia48 Projekt Wirtschaftslexikon Management Lexikon Lexikon Wirtschaft
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

 

 

Die Marktwirtschaft löst diese Probleme einigermaßen hinreichend


Es ist Bestandteil der Unvollkommenheit des irdischen Daseins, daß auch die Lösungen, welche die freien Märkte finden. selbstverständlich nicht perfekt sein können. Aber es ist auch Bestandteil der Unvollkommenheit des Menschen, daß wir selten oder nie wissen können, wie denn nun eine bessere Lösung aussehen sollte – und noch weniger, wie sie zu erreichen wäre. ohne daß wir zugleich in anderen Belangen noch größeren Schaden anrichten. Typischerweise sind die drei hauptsächlichen Gruppen der „Weltverbesserer“ identisch mit den drei Hauptfeinden des Liberalismus: Die Utopisten, die glauben. die Schlüssel zum Paradies auf Erden gefunden zu haben, die Politiker, die das politische Machtgeschäft nur betreiben können, indem sie vortäuschen, die Welt verbessern zu können, und die Intellektuellen, die frustriert sind, weil ihre angeblichen Weltverbesserungsideen im Kapitalismus nicht gebraucht werden. Natürlich können und müssen wir vieles verbessern, unablässig und ohne jemals an ein Ende zu gelangen. Aber alle diese Verbesserungen dürfen, soweit wir wirklich sicher sind, daf es sich tatsächlich um ‚Verbesserungen’ handelt, nur mit – und nicht gegen die Mechanismen des Marktes und damit gegen die freie Entscheidung und Verantwortung des einzelnen – erfolgen. Vor was wir uns ganz besonders hüten sollten, ist das, was der amerikanische Ökonom Demsetz den „Nirwana-Irrtum“ genannt hat. Damit meinte er die Manie der sozialistischen und etatistischen (staatsgläubigen) Gesellschaftskonstrukteure, alles menschliche Handeln und alles gesellschaftliche Geschehen an einem paradiesischen Ideal, an einem unmöglichen ‚Nirwana’ zu messen. Immer, wenn die von dieser Manie befallener Leute eine Abweichung zwischen der Realität und dem reiner Ideal entdecken, schließen sie daraus, daß die jeweilige Realität ungenügend und dringend „verbesserungsbedürftig“ sei. Der Kapitalismus ist das beliebteste Angriffsziel dieser Sozial- und Nirwana-Techniker, weil er mit den Gegebenheiten der unperfekten Welt fertig wird und sich weigert, nach himmlischen Systemen zu suchen, in welchen „alles für alle gut wird“.

Auch so manchem theologischen Weltverbesserer und „Weltethiker“ sollte man ins Brevier schreiben, daß solches Denken solche konstruktivistische Unterstellung von der Möglichkei. einer perfektionierbaren diesseitigen Welt mit „neuen Menschen“ in einer „neuen idealen Gesellschaft“ nicht nur irdisch( Höllen schafft, sondern auch unter christlichen Aspekten eir sündiges Streben ist. Zurecht hat der österreichische Ökonon Erich Streissler auf die diesbezügliche Übereinstimmung vor Klassischem Liberalismus und christlichem Glauben hingewiesen, indem er schrieb: „Nichts schadet dem Verständnis de; klassischen Liberalismus mehr, als sein skeptisches Menschenbild mit dem Menschheitsoptimismus der französischer Aufklärung zu verwechseln... Wer an die Wirklichkeit gleiche: Güte und Klugheit aller Menschen glaubt, kann kaum umhin sich im Lager Rousseaus wiederzufinden; wer an die potentielle Güte und Klugheit aller Menschen glaubt, verwirklichbar in einer leicht zu schaffenden neuen Gesellschaft, der wird zum Marxismus treiben... Ein grundlegend anderes Menschenbild trennt [sie] unüberbrückbar... vom klassischen Liberalismus. Der klassische Liberalismus ist sich in Fortsetzung christlichen Gedankengutes bewußt, daß ein himmlisches Jerusalem erst entstehen kann, nachdem der Herr über das All gesprochen hat: ,Siehe ich mache alles neu’, vor allem den Menschen.“ (Streissler 1973, S. 1.397) Es ist – auch in dieser Hinsicht – nur logisch und konsequent, daß jene Lehren, die den „neuen (perfekten) Menschen“ und die „neue (ideale) Gesellschaft“ hervorbringen wollen – also vor allein alle Formen des Sozialismus und Kommunismus (aber auch, bis zu einem gewissen Grad, der moderne Sozial- und Wohlfahrtsstaat) allesamt dem Christentum mindestens gleichgültig gegenüberstehen, meistens aber sogar feindlich gesinnt sind. Als Götzen- und Ersatzreligionen von oft geradezu satanischer Dimension müssen sie die wahre Religion mit ihrem realistischen („sündenbehafteten“) Menschenbild hassen und bekämpfen. Um so tragischer, wenn sich mehr und mehr Theologen auf diesen Abwegen bewegen, auch wenn es sich „nur“ um die seichten Pfade des Schleichenden Sozialismus im sozialen Gewand handelt.

 

 

Diese Seite als Bookmark speichern :

 

 

Weitere empfehlenswerte Webseiten:

Der Kunde des virtuellen Unternehmens

Ausnahmen von der Konkursregel - Entwicklung zur Größe

Die materiellen Ungleichheiten zwischen den Bürgern

 

Startseite | Themen | Projekt | Kontakt | Impressum | Rechtliche Hinweise

1| 2| 3| 4| 5| 6| 7| 8| 9

Copyright © 2011 All rights reserved. Wissensarchiv für Wirtschaft