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Die Koordinierung der Zulieferkette beim Lean Management


Dritter Bereich der Lean Production ist die Koordinierung der Zulieferkette. Diese Arbeit zu organisieren ist wahrscheinlich die größte Herausforderung bei der Produktion eines Autos, denn das moderne Auto ist fast unvorstellbar kompliziert: Ein typisches Modell besteht aus mehr als 10 000 Teilen, die alle von jemandem konstruiert und hergestellt werden müssen. Der Schlüssel zu einem wettbewerbsfähigen Teilezuliefersystem liegt in der Art, in welcher der Hersteller mit seinen Zulieferern zusammenarbeit.

In einem schlanken, shusa-geführten Produktentwicklungsprozess läuft die Komponentenzulieferung wie folgt ab: Bereits zu Beginn der Produktentwicklung wählt der schlanke Produzent alle benötigten Zulieferer aus. Diese sind in der Regel die Unternehmen, welche die gleichen Teile für die anderen Modelle des Produzenten liefern und langjährige Mitglieder seiner Zulieferergruppe sind. Anders als im Fall der Massenproduktion werden sie nicht auf der Grundlage von angeboten ausgewählt, sondern auf der Basis früherer Beziehungen und bewiesener Leistungsfähigkeit. Produzenten, die sich dem Lean Management verschrieben haben, schalten pro Projekt durchschnittlich weniger als 300 Zulieferer ein – im Gegensatz zu den 1 000 bis 2 500 bei westlichen Massenproduzenten. Es sind also nur ein Drittel bis ein Achtel so viele Zulieferer eingeschaltet, weil schlanke Produzenten eine ganze Komponente – zum Beispiel Autositze – dem sogenannten Zulieferer der ersten Stufe zuteilen. Dieser Zulieferer ist dafür- verantwortlich, komplette Autositze an das Montagewerk zu liefern. James Womack, Daniel Jones und Daniel Moos führen ein Beispiel an: »Folglich hat zum Beispiel Nissan für sein neues Infiniti-Modell Q45 nur einen Sitze-Zulieferer, während GM in vielen Fällen noch mit 25 Zulieferern zu tun hat, die die benötigten 25 Teile an die Sitzefertigung seiner Montagewerke liefern.«

Der Zulieferer der ersten Stufe hat in der Regel eine Gruppe von Zulieferern der zweiten Stufe an der Hand. Diese sind unabhängige Betriebe, die sich auf bestimmte Fertigungsarten spezialisieren. Sie können ihrerseits Zulieferer in der dritten oder vierten Stufe der Pyramide einschalten. Die Zulieferer der ersten Stufe ordnen dem Entwicklungsteam kurz nach Beginn des Planungsprozesses und zwei bis drei Jahre vor Produktionsanlauf Mitarbeiter – die sogenannten abgeordneten Konstruktionsingenieure – zu. Nach Abschluss der Produktplanung, mit laufendem Input durch die Ingenieure des Zulieferes, werden verschiedene Bereiche des Modells, etwa Radaufhängung, Beleuchtung oder Klimaanlage, dem Zulieferspezialisten des jeweiligen Bereichs für die Detailkonstruktion übertragen. Die Zulieferer der ersten Stufe haben dann die volle Verantwortung für die Konstruktion und Herstellung von Komponentensystemen, welche die vereinbarten Leistungsspezifikationen für das fertige Auto einhalten. Das Entwicklungsteam des Zulieferers, mit seinem eigenen shusa und der Unterstützung durch die abgeordneten Konstruktionsingenieure des Herstellers und der Zulieferer der zweiten Stufe, führt die Entwicklung und Konstruktion durch.

 

 

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