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Die Kontrolle grenzüberschreitender Geldbewegungen


Vielleicht werden wir innerhalb der nächsten Jahrzehnte globale öffentliche Agenturen schaffen, die den internationalen Kapitalfluß kontrollieren, denn schon heute übersteigt der deutlich den internationalen Warenverkehr. Im Jahre 1993 - dem letzten Jahr, aus dem uns Statistiken vorliegen - betrugen die globalen Investitionsflüsse mindestens 5 Billionen US-Dollar, während der Wert des Waren-und Dienstleistungsflusses sich nur auf 4 Billionen US-Dollar belief. Keine Zentralbank hat auch nur annähernd die Möglichkeit, diese Investitionsströme zu regulieren - auch wenn alle es verzweifelt versuchen. Ja, selbst wenn die wichtigsten Zentralbanken - die der Vereinigten Staaten, Japans, Großbritanniens, Deutschlands und Frankreichs -zusammenarbeiten würden, so wie sie es während der Dollarkrise vor einigen Monaten getan haben, wären die Ergebnisse einfach lächerlich. So war es auch Ende letzten Jahres, um Weihnachten, als die großen Zentralbanken sich verzweifelt bemühten, den Zusammenbruch des mexikanischen Pesos zu verhindern. Es gibt also deutliche Argumente dafür, daß wir eine Weltzentralbank ebenso dringend benötigen, wie das 19. Jahrhundert nationale Zentralbanken brauchte - das Argument, das schließlich im Jahre 1844 zum englischen Zentralbank-Gesetz führte, das um 1914 von allen Ländern der Welt — mit Ausnahme Japans natürlich — kopiert worden war. Aber bis jetzt haben wir ein solches Instrument nicht. Und wir wissen nicht, wie wir es gestalten, geschweige denn führen und verwalten könnten, ohne einer vollständigen Regulierung zu erliegen. Nichtdurchsetzbare Verordnungen können nur Schaden anrichten, wie das Beispiel der gescheiterten amerikanischen Prohibition zeigt. Eine weitere Kategorie von Bestimmungen, die eher schaden als nutzen, sind solche, die ihre Nützlichkeit überlebt haben. Eine der großen politischen Erfindungen des 19. Jahrhunderts war eine amerikanische: die Regelung sogenannter »natürlicher Monopole«. Branchen, die ihrer Natur zufolge eine Monopolstellung besaßen, die Eisenbahnen in Amerika zum Beispiel, sollten, so die Argumentation, kontrolliert werden, damit sie diese Stellung nicht mißbrauchten. Außerhalb Amerikas wurden solche Branchen verstaatlicht: die Eisenbahnen, die Telefon- und Telegrafengesellschaften, die Elektrizitätswerke. In den Vereinigten Staaten als einzigem Land der Welt blieben sie in privater Hand — aber unter strenger Kontrolle. Ein Jahrhundert lang funktionierte das hervorragend. Mittlerweile wird jedoch ein jeder dieser Industriezweige längst von neuen Technologien in seiner Monopolmacht eingeschränkt. Und damit wird die Fortsetzung der Kontrolle kontraproduktiv. Sie kann nur Schaden anrichten — das betrifft die frühere Monopolindustrie ebenso wie die Gesellschaft und Wirtschaft. Und somit sind Maßnahmen zur Deregulierung angesagt. In einigen Fällen ist dann ein offener Wettbewerb erforderlich — das ist der Weg, den wir in den Vereinigten Staaten in der Telekommunikation beschreiten. In anderen Branchen dagegen ist eine neue und andere Kontrolle erforderlich, etwa in der Luftfahrt.

 

 

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