Economia48 Projekt Wirtschaftslexikon Management Lexikon Lexikon Wirtschaft
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
 
 

 

 

Die Fähigkeit, Wandel als Chance wahrzunehmen


Ich habe die Zieldefinition des Daiei-Konzerns aus dem einfachen Grunde so ausführlich erläutert, weil nur wenige Firmen die Bedeutung einer klaren Zieldefinition und ihrer Implikationen so gut verstehen, wie Daiei es getan hat. Und das, obwohl es ohne eine solche Klarheit nicht möglich ist, Wandel zu managen. Wenn es eine solche Klarheit nicht gibt, ist die Führungskraft nicht in der Lage, Veränderungen — ob sie nun in der Wirtschaft, in der Technik oder in der Gesellschaft stattfinden — in wirtschaftliche Möglichkeiten umzusetzen. Aber der endgültige Prüfstein für ein Management ist seine Fähigkeit, genau dies zu tun — und keineswegs Wandel als Bedrohung zu begreifen und diese zu überleben. Der ultimative Test besteht vielmehr darin, Veränderungen so zu nutzen, daß sie dem Unternehmensziel dienen, das heißt, Veränderungen als Chance zu managen.

Um dies zu erreichen, ist es vor allem notwendig, ein organisiertes Aufgeben in das Unternehmen zu integrieren. Es ist notwendig, das Unternehmen langfristig schlank und flexibel zu machen, und begierig, neue Dinge zu tun. Es wird heute viel darüber geredet, den »Widerstand gegenüber Veränderungen« zu bewältigen. Um jedoch von Veränderungen zu profitieren, müssen Unternehmen diese willkommen heißen. Sie müssen lernen, Veränderungen als normal anzusehen und nicht als Ausnahme, die man fürchten und, wenn nur eben möglich, zu vermeiden sucht. Mit anderen Worten: Sie müssen innovativ sein.

Das aber wiederum erfordert, daß das Unternehmen so organisiert ist, daß systematisch alles Überflüssige und Überholte aufgegeben wird; daß es Dinge los wird, die nicht funktionieren — egal wie vielversprechend sie waren, als es sie einführte; daß Ressourcen, insbesondere in Form kompetenter Mitarbeiter, auf Chancen konzentriert werden, statt sie auf die Probleme von gestern zu verschwenden; daß ganz allgemein daran gearbeitet wird, die Chancen von morgen zu entwickeln, statt die von gestern zu verteidigen.

Damit ein Unternehmen lebendig und effektiv bleibt, ist es vor allem notwendig, eine Strategie in die Unternehmenspolitik zu integrieren, die systematisch alle drei oder vier Jahre jedes Produkt und jede Dienstleistung, aber ebenso jede Strategie und jede Prozedur auf die Frage hin untersucht: »Wenn wir dies nicht schon jetzt tun würden, würden wir dann mit dem Wissen, über das wir heute verfügen, damit beginnen?« Nur selten ist die Antwort ein unreflektiertes »Ja«. Sehr oft lautet die Antwort: »Ja — aber wir haben einiges gelernt und werden es von nun an anders tun.«

Die Antwort wird aber ebenso häufig einfach »Nein« lauten. Und dann fragt man: »Was tun wir jetzt?« Vielleicht ist es einfach nur notwendig, ein Geschäft, ein Produkt, eine Dienstleistung neu zu positionieren — oder neu zu entwerfen. Vielleicht muß aber auch etwas aufgegeben werden. Solange sich das Unternehmen nicht der Disziplin des »organisierten Aufgebens« unterwirft, kann es sich den neuen Herausforderungen nicht stellen.

 

 

Diese Seite als Bookmark speichern :

 

 

Weitere empfehlenswerte Webseiten:

Der Tod des Organigramms bei der Prozessorientierung

Die Kompetenz - Das unternehmerische Potential verstehen und fördern

Erlernbare Fähigkeiten und Rollenanforderungen - Entwicklung zur Größe

 

Startseite | Themen | Projekt | Kontakt | Impressum | Rechtliche Hinweise

1| 2| 3| 4| 5| 6| 7| 8| 9

Copyright © 2011 All rights reserved. Wissensarchiv für Wirtschaft