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Die Erfahrungen erfolgreicher Menschen ähneln einander


Ich erzähle diese lange Geschichte aus einem einfachen Grunde: Alle Menschen in meinem Umfeld, die es geschafft haben, ein Leben lang effektiv zu bleiben, haben ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich. Dies betrifft sowohl effektive Führungskräfte in der Wirtschaft als auch Studenten, sowohl hochdotierte Militärs als auch Ärzte, sowohl Lehrer als auch Künstler. Wann immer ich mit einem Menschen zusammenarbeite — und als Berater geschieht das natürlich immer, in Unternehmen, in der Politik, in Universitäten, in Krankenhäusern, in Opernhäusern, in Symphonieorchestern, in Museen und so weiter —, früher oder später versuche ich herauszufinden, worauf derjenige seinen Erfolg gründet. Und immer höre ich Geschichten, die meiner eigenen sehr ähnlich sind.

Um also die Frage zu beantworten, die Sie, Isao Nakauchi, gestellt haben — »Wie kann ein Mensch, und besonders jemand, der wissensbasierte Arbeit leistet, seine oder ihre Effektivität aufrechterhalten? « —: »Indem er einige wenige, einfache Dinge tut.«

Zunächst einmal bedarf es eines Zieles, einer Vision, vergleichbar der, die ich Verdis »Falstaff« verdanke. Fortzufahren, auf ein angestrebtes Ziel hinzuarbeiten, bedeutet zu reifen, ohne zu altern.

Zweitens habe ich herausgefunden, daß Menschen, denen es gelingt, ihre Effektivität aufrechtzuerhalten, sich Phidias Ansicht der Arbeit gegenüber zu eigen machen: Die Götter sehen es. Sie sind nicht bereit, Arbeit zu leisten, die vergänglich ist. Sie haben Respekt vor der Integrität ihrer Arbeit. Letzten Endes haben sie Respekt vor sich selbst.

Die dritte Gemeinsamkeit, die diese Menschen teilen: Sie integrieren kontinuierliches Lernen in ihre Art zu leben. Vielleicht tun sie nicht gerade das, was ich seit nunmehr sechzig Jahren tue, also sich alle drei oder vier Jahre einer neuen Disziplin anzunehmen. Aber sie experimentieren. Sie sind nicht mit dem zufrieden, was sie schon gestern getan haben. Das mindeste, was sie von sich selbst verlangen, ist, besser zu werden — was immer sie auch tun —, meistens jedoch verlangen sie von sich, Dinge anders zu tun.

Und dann lassen die Menschen, die sich bemühen, lebendig zu bleiben und zu wachsen, in regelmäßigen Abständen die Leistungen in ihrer Arbeit Revue passieren. Eine steigende Zahl erfolgreicher Menschen wenden die Arbeitsmethode an, die die Jesuiten und Calvinisten des 16. Jahrhunderts sich erstmals zu eigen gemacht hatten: Sie legen die Ergebnisse ihres Handelns und ihrer Entscheidungen schriftlich nieder und vergleichen sie mit den anfänglichen Erwartungen. Dann wissen sie bald, über welche Stärken sie verfügen. Sie wissen aber auch, was sie verbessern müssen, was sie verändern, was sie lernen müssen. Schließlich wissen sie auch, was sie nicht können und was sie deshalb anderen Menschen überlassen müssen.

Und wann immer ich wieder einen dieser effektiven Menschen nach den Erfahrungen gefragt habe, die ihren oder seinen Erfolg erklären, höre ich, daß ein längst verstorbener Lehrer oder ein längst verstorbener Vorgesetzter ihnen den entscheidenden Anstoß gegeben hat — indem er sie gelehrt hat, daß man, wann immer man sich beruflich verändert, darüber nachdenken muß, welche Anforderungen diese neue Arbeit, diese neue Position, dieser neue Auftrag stellt. Und die Anforderungen sind immer anders als die der vorhergehenden Arbeit, des vorangegangenen Auftrages.

 

 

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